Microsoft will IP-Adressen aus Suchanfragen kĂŒrzer speichern
IP-Adressen, die zusammen mit Anfragen an die Suchmaschine Bing abgespeichert werden, will der Softwarekonzern demnÀchst nach 6 statt bisher 18 Monaten löschen.
Der US-Softwarekonzern Microsoft [1] will kĂŒnftig nach sechs Monaten IP-Adressen der Nutzer, die zusammen mit ihren Anfragen an die Suchmaschine Bing gespeichert werden, löschen. Das gab der bei Microsoft fĂŒr Datenschutz zustĂ€ndige "Chief Privacy Strategist" Peter Cullen in einem Weblog-Beitrag [2] bekannt. Bisher betrug diese Frist 18 Monate. Die neue Speicherfrist will der Konzern innerhalb der nĂ€chsten 12 bis 18 Monate einfĂŒhren.
GegenwĂ€rtig werden laut Cullen Anfragen an die Suchmaschine sofort einer "De-Identifikation" unterzogen, das heiĂt mögliche Account-Daten der Nutzer werden sofort abgetrennt. Nach anderthalb Jahren löscht Microsoft die IP-Adresse. Der zweite Schritt soll also demnĂ€chst frĂŒher erfolgen, die Speicherfrist fĂŒr weitere, so genannte Cross Session IDs, und die Lebensdauer von Browser-Cookies soll weiterhin 18 Monate betragen.
Die KĂŒrzung der Frist zur Speicherung von IP-Adressen folge der ĂberprĂŒfung der geschĂ€ftlichen Notwendigkeiten, Beobachtungen der Konkurrenz und GesprĂ€chen mit DatenschĂŒtzern, VerbraucherverbĂ€nden und Regulierern, unter ihnen die Artikel-29-Arbeitsgruppe der EU-DatenschĂŒtzer. Diese hatte sich auch an den Microsoft-Konkurrenten Google gewandt und 2008 eine KĂŒrzung der Suchanfragendatenspeicherung von 18 auf 9 Monate erreicht [3]. Die Lebensdauer der Cookies betrĂ€gt bei Google zwei Jahre. Zu weiteren Konzessionen hatte sich der Internetdienstleister nicht bereit gezeigt [4].
Cullen argumentiert Ă€hnlich wie Google, es gebe viele gute GrĂŒnde, Suchanfragendaten lĂ€nger zu speichern. Die Beobachtung von Trends bei Suchanfragen helfe, die QualitĂ€t der Ergebnisse zu verbessern, die Kunden vor Betrug zu schĂŒtzen und den Dienst abzusichern. Auf der anderen Seite mĂŒssten aber auch die Verbraucherinteressen berĂŒcksichtigt werden. (anw [5])
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-908010
Links in diesem Artikel:
[1] http://www.microsoft.com
[2] http://microsoftontheissues.com/cs/blogs/mscorp/archive/2010/01/18/microsoft-advances-search-privacy-with-bing.aspx
[3] https://www.heise.de/news/Google-verkuerzt-Speicherdauer-von-IP-Adressen-204176.html
[4] https://www.heise.de/news/Google-will-Dauer-der-Suchanfragendatenspeicherung-nicht-weiter-kuerzen-189142.html
[5] mailto:anw@heise.de
Copyright © 2010 Heise Medien