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Microsoft schluckt Karriere-Netzwerk LinkedIn

Axel Kannenberg
LinkedIn-CEO Jeff-Weiner, Microsoft-Boss Satya Nadella und LinkedIn-Verwaltungsrats-Vorsitzender Reid Hoffmann

Glücklich vereint: LinkedIn-CEO Jeff-Weiner, Microsoft-Boss Satya Nadella und LinkedIn-Verwaltungsrats-Vorsitzender Reid Hoffmann (von links nach rechts).

(Bild: Microsoft)

Microsoft kleckert nicht, sondern klotzt mit der Übernahme des Karriere-Netzwerks LinkedIn. Der Deal wird mit 26,2 Milliarden US-Dollar bewertet.

Software-Riese Microsoft übernimmt das Karriere-Netzwerk LinkedIn in einem Milliardendeal. Rund 26,2 Milliarden US-Dollar will sich der Redmonder Konzern das kosten lassen. Microsoft bietet 196 US-Dollar pro Aktie, das ist ein satter Aufpreis auf den Schlusskurs vom Freitag von 131,08 US-Dollar.

Linkedin soll laut Mitteilung [1] jedoch als unabhängige Marke weitergeführt werden – sowohl LinkedIn CEO Jeff Weiner als auch Reid Hoffmann, Vorsitzender des Verwaltungsrats, werden ihre Posten behalten und Microsoft-Chef Satya Nadella berichten. LinkedIn gilt als führende Plattform für das Netzwerken im beruflichen Kontext und hat eigenen Angaben nach 433 Millionen Nutzer weltweit. Im deutschsprachigen Raum hat der Xing-Konkurrent rund 8 Millionen Mitglieder.

Die Verwaltungsräte beider Unternehmen sprachen sich einstimmig für die Übernahme aus. Der Deal soll bis Ende des Jahres abgewickelt sein – Zustimmung der LinkedIn-Aktionäre und der Aufsichtsbehörden vorausgesetzt. Inwieweit die Dienste beider Unternehmen nun miteinander verquickt werden, ist noch offen. Sowohl Nadella als auch Weiner sprachen jedoch von großem Wachstums-Potenzial, dass sich aus der Verbindung von Microsofts Cloud- und Office-Angeboten und dem sozialen Netzwerk ergebe.

In einem Memo [2] an die Linkedin-Mitarbeiter hob Nadella jedenfalls schon mal die neuen Möglichkeiten zur Monetarisierung hervor – etwa durch Abo-Angebote für Endnutzer und Organisationen oder durch individualisierte Werbung.

Microsoft will die Übernahme vor allem durch Aufnahme neuer Schulden finanzieren – das ist offenbar günstiger, als die auf über 100 Milliarden US-Dollar geschätzte Summe an gehortetem Auslandscash [3] in die USA zu transferieren und dort zu versteuern. (axk [4])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-3236806

Links in diesem Artikel:
[1] http://news.microsoft.com/2016/06/13/microsoft-to-acquire-linkedin/#sm.00007uz7ncjftdmtuu51a7l4pvjpb
[2] http://www.theverge.com/2016/6/13/11920306/microsoft-ceo-satya-nadella-linkedin-memo
[3] https://www.heise.de/news/Microsoft-hortet-ueber-100-Milliarden-US-Dollar-ausserhalb-der-USA-2770504.html
[4] mailto:axk@heise.de