Microsoft gerÀt in US- und EU-Kartellverfahren in Verzug
Das US-amerikanische Justizministerium hat sich bei Gericht ĂŒber den Softwarekonzern beschwert. In Europa benötigen die Redmonder mehr Zeit, um auf die Androhung einer tĂ€glichen GeldbuĂe zu antworten.
Microsoft kommt nicht schnell genug den Auflagen nach, die aus der auĂergerichtlichen Einigung [1] zwischen dem Softwarekonzern und der US-Regierung vom November 2001 hervorgehen. Das US-Justizministerium hat dem fĂŒr die Ăberwachung der Einhaltung der Auflagen zustĂ€ndigen Gericht eine Beschwerde zukommen lassen, nach denen Microsoft geforderte technische Informationen nicht rechtzeitig ĂŒbermittelt. Damit habe sich die US-Regierung deutlich unzufrieden ĂŒber das Verhalten der Redmonder gezeigt, die seit Mitte November stark in Verzug geraten seien, heiĂt es in US-amerikanischen Medienberichten.
Im Oktober hatte die zustĂ€ndige Richterin Colleen Kollar-Kotelly Microsoft zu mehr Eile gemahnt [2]. Dabei ging es um das Projekt "Troika", das eine Protokollanalyse zur ĂberprĂŒfung der Korrektheit der Dokumentation ermöglichen sollte, und das wohl erst im Oktober und damit neun Monate spĂ€ter als zuvor veranschlagt abgeschlossen sein wird. Im November sah die Richterin entscheidende Fortschritte und befand, Microsoft sei wieder auf dem richtigen Weg. Nun heiĂt es von Seiten des Justizministeriums, Microsoft teile technische Informationen wie gefordert mit, benötige aber zu viel Zeit fĂŒr die Aktualisierung der Dokumentationen, als dass andere Unternehmen daraus Nutzen ziehen könnten.
Auch in einem anderen Kartellverfahren gerĂ€t der Redmonder Softwarekonzern momentan in Verzug. Laut Medienberichten hat Microsoft mehr Zeit gefordert, um auf einen Antrag der EU-Kommission auf eine tĂ€gliche GeldbuĂe [3] in Höhe von 2 Millionen Euro zu antworten. Die Frist fĂŒr eine Antwort, die am morgigen Mittwoch abgelaufen wĂ€re, sei nun bis 15. Februar verlĂ€ngert worden. Die Kommission hatte Ende Dezember von Microsoft gefordert, die eigentlich bis 15. Dezember 2005 zugesagten Informationen fĂŒr Konkurrenten endlich herauszurĂŒcken. (anw [4])
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[1] https://www.heise.de/news/Richterin-akzeptiert-aussergerichtliche-Einigung-im-Microsoft-Prozess-69777.html
[2] https://www.heise.de/news/Richterin-rueffelt-Microsoft-142227.html
[3] https://www.heise.de/news/EU-Kommission-droht-Microsoft-taegliche-Millionen-Strafe-an-Update-160521.html
[4] mailto:anw@heise.de
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