Microsoft erneut im Visier der Wettbewerbshüter
Das amerikanische Justizministerium ermittelt gegen Microsoft wegen der Investition in das kanadische Software-Haus Corel.
Eine neue Runde im Streit um die Monopolismus-Vorwürfe gegenüber dem Softwareriesen Microsoft hat das amerikanische Justizministerium [1] eingeläutet: Im Visier der Kartellwächter steht jetzt die Beteiligung Microsofts [2] am kanadischen Softwarehersteller Corel. Auch der Kauf von Great Plains Software [3] durch Microsoft und das Lizenz-Abkommen mit Borland will die Antitrust-Abteilung des Justizministeriums nun genauer unter die Lupe nehmen.
Im Oktober letzten Jahres hatte Microsoft insgesamt 24 Millionen Aktien im Wert von 135 Millionen US-Dollar des angeschlagenen Herstellers von WordPerfect und CorelDraw gekauft, und sich so zum größten Anteilseigner von Corel [4] gemacht. Im Mittelpunkt des Interesses steht nun die Frage, ob Microsoft mit diesem Deal den Wettbewerb im Bereich der Office-Software aushöhlen kann.
Corels Textverarbeitungssoftware WordPerfect gibt es auch (noch) in einer Linux-Version. Schon kurz nach dem Einstieg von Microsoft waren aber erste Gerüchte aufgekommen, dass Corel seine Linux-Aktivitäten aufgeben werde und sich verpflichtet habe, seine Software vorrangig für Microsofts .NET zu entwickeln. Im Januar schließlich hatte Corel-Chef Burney bekannt gegeben, dass seine Firma einen Strategiewechsel vollziehe und seine Linux-Abteilung in eine eigene Firma auslagern [5] werde.
Aus Redmond wurden die neuerlichen Untersuchungen mittlerweile bestätigt: "Wir werden mit den Behörden kooperieren", teilte Sprecher Jim Cullian mit. Das amerikanische Justizministerium hat von Microsoft die Herausgabe aller Unterlagen gefordert, die im Zusammenhang mit der Corel-Investition stehen. (pmz [6])
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[1] http://www.usdoj.gov
[2] https://www.heise.de/news/Microsoft-kauft-25-Prozent-von-Corel-28042.html
[3] https://www.heise.de/news/Microsoft-kauft-Hersteller-von-Business-Software-26369.html
[4] https://www.heise.de/news/Microsoft-kauft-25-Prozent-von-Corel-28042.html
[5] https://www.heise.de/news/Corel-behaelt-die-Linux-Sparte-als-eigene-Firma-32655.html
[6] mailto:pmz@ct.de
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