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Microsoft droht ein EU-Wettbewerbsverfahren

Wolfgang Stieler

Die EuropÀische Kommission muss sich demnÀchst eingehender mit den GeschÀftspraktiken von Microsoft beschÀftigen.

Die EuropÀische Kommission muss sich demnÀchst eingehender mit den GeschÀftspraktiken von Microsoft beschÀftigen. Das Gericht Erster Instanz (GEI) der EuropÀischen Gemeinschaft gab gestern einer entsprechenden Beschwerde der französischen Importgruppe Micro Leader Business (MLB) Recht.

MLB hatte französischsprachige Microsoft-Programme in Kanada preisgĂŒnstig eingekauft, um sie in Frankreich zu verkaufen. Als Microsoft auf Betreiben seiner französischen Tochter den Handel stoppte, rief Micro Leader die EU-Kommission an. Der Importeur, der Microsoft gravierende Wettbewerbsbehinderungen vorwirft, berief sich dabei auf Bestimmungen des EU-Wettbewerbsrechts. Die BrĂŒsseler WettbewerbshĂŒter lehnten die Beschwerde als nicht ausreichend bewiesen ab. Dem widersprachen jetzt die GEI-Richter. Das Urteil könnte weitreichende Konsequenzen haben.

Die EuropĂ€ische Kommission ist nun verpflichtet, Microsofts GeschĂ€ftspraktiken genauer unter die Lupe zu nehmen oder muss gegen das Urteil Rechtsmittel beim EuropĂ€ischen Gerichtshof einlegen. Die Kartellbehörden der EU hatten in der Vergangenheit mehrfach erklĂ€rt, Microsoft sei auch in Europa wegen diverser VerstĂ¶ĂŸe Ziel wettbewerbsrechtlicher Ermittlungen. Im Wesentlichen wolle man aber zunĂ€chst den Ausgang des Anti-Trust-Verfahrens in den USA abwarten. (wst [1])


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[1] mailto:wst@technology-review.de