Microsoft .NET als "Shared Source"
Microsoft will offenbar Teile seiner .NET-Umgebung im Quelltext veröffentlichen und auf andere Betriebssysteme portieren.
Der amerikanische News-Dienst O'Reilly Network [1] berichtet von Plänen Microsofts, Teile der in .NET enthaltenen Common Language Infrastructure (CLI), einen C#- und einen ECMAscript-Compiler unter eine besondere Lizenz zu stellen. Diese soll es Programmierern gestatten, den Quelltext zu lesen und Teile in eigenen Entwicklungen zu verwenden. Der Nachrichtendienst zitiert aus einem Interview [2] mit Microsofts Programm-Manager Dave Stutz, in dem dieser ankündigt, die Lizenz werde Entwickler in die Lage versetzen, selbst nichtkommerzielle Portierungen bestimmter .NET-Bestandteile nach Linux zu erstellen. Microsoft selbst habe Corel mit einer Portierung nach FreeBSD beauftragt.
In verschiedenen Ankündigungen zu .NET hat Microsoft schon zuvor betont, die Programmiersprache C# und die CLI – eine mit einer Java-VM vergleichbare Laufzeitumgebung – seien prinzipiell nicht an Windows gebunden. Die Redmonder haben sie daher bei der ECMA [3] zur Standardisierung eingereicht, um Implementierungen anderer Hersteller zu ermöglichen. Bisher war allerdings immer nur von den Programmierschnittstellen und nicht von einer offenen Beispielimplementierung die Rede. (hos [4])
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[1] http://www.oreillynet.com/
[2] http://www.oreillynet.com/lpt/a//dotnet/2001/06/27/dotnet.html
[3] http://www.ecma.ch/
[4] mailto:hos@ct.de
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