Microsoft-Mitarbeiter fordern Verzicht auf Zusammenarbeit mit US-MilitÀr
(Bild: dpa, Mauritz Antin)
In einer Petition verlangen Mitarbeiter von Microsoft, dass die Firma keine AR-Brillen ans MilitÀr liefert und sich nicht an Waffenentwicklungen beteiligt.
Erneut haben Microsoft-Mitarbeiter gegen die Beteiligung des Konzerns an einem Projekt des US-MilitĂ€rs protestiert. 94 Mitarbeiter von Microsoft in den USA verlangen in einem offenen Brief an die Konzernchefs Satya Nadella und Brad Smith, einen 480 Millionen US-Dollar umfassenden Hardware-Vertrag mit dem US-MilitĂ€r aufzukĂŒndigen. Sie unterzeichneten auĂerdem eine Petition, in der sie den Konzern auffordern, die Entwicklung jeglicher Waffentechnik einzustellen, berichtet Reuters.
AR-Brillen fĂŒr den Kriegseinsatz
Im November vergangenen Jahres hatte Microsoft den Auftrag erhalten, die US-StreitkrĂ€fte mit mindestens 2500 Prototypen des Augmented-Reality-Headsets Hololens auszurĂŒsten â Projektname "Integrated Visual Augmentation System" (IVAS). Laut Regierung sollen die GerĂ€te beim Training und auf dem Schlachtfeld zum Einsatz kommen und Tödlichkeit, MobilitĂ€t und Aufmerksamkeit der Soldaten verbessern. In ihrem auf Twitter verbreiteten Aufruf mit dem offenen Brief schreiben die Initiatoren, sie seien eine globale Gruppe von Microsoft-Mitarbeitern und hĂ€tten ihre Jobs nicht angetreten, um an der Entwicklung von Waffen mitzuwirken, und verlangen ein Mitspracherecht bei der Verwendung der Ergebnisse ihrer Arbeit.
Zwar habe Microsoft bereits frĂŒher mit dem MilitĂ€r zusammengearbeitet, jedoch ĂŒberschreite das Projekt IVAS die Schwelle zum gezielten Töten von Menschen und verwandle KriegfĂŒhrung in eine Art simuliertes "Videospiel", wodurch Soldaten eine gröĂere Distanz zum Kampfgeschehen und zum BlutvergieĂen einnehmen wĂŒrden. Das Unternehmen soll sich aus dem Auftrag zurĂŒckziehen und sich auch öffentlich dazu bekennen, nicht an Waffenentwicklungen mitzuwirken. AuĂerdem soll ein Ethikrat die Einhaltung solcher Richtlinien ĂŒberwachen, schreiben die Initiatoren. Sie fordern Microsoft-Angestellte auf, die Petition ebenfalls zu unterzeichnen.
Microsoft bleibt bei seiner Position
In einer Stellungnahme begrĂŒĂte Microsoft laut Reuters [1] das Feedback von Mitarbeitern, verwies ansonsten aber auf eine frĂŒhere ĂuĂerung von Microsoft-PrĂ€sident Brad Smith, dass das Unternehmen auch weiterhin dem MilitĂ€r helfen werde und sich fĂŒr Gesetze engagiere, die den "verantwortungsvollen Einsatz neuer Technologie" sicherstellten.
Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatten sich Angestellte von Microsoft und auch Amazon anonym gegen die Mitwirkung [2] ihrer jeweiligen Konzerne an Projekten mit Polizei und MilitÀr gewandt. Microsoft hielt allerdings weiterhin an der Zusammenarbeit mit MilitÀr und Geheimdiensten [3] fest. Im April 2018 hatten Google-Mitarbeiter gegen die Beteiligung an einem MilitÀrprojekt protestiert [4].
(tiw [5])
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[1] https://www.reuters.com/article/us-microsoft-army/microsoft-workers-demand-it-drop-480-million-u-s-army-contract-idUSKCN1QB2LV
[2] https://www.heise.de/news/Microsoft-und-Amazon-Mitarbeiter-gegen-Unterstuetzung-von-Militaer-und-Polizei-4194703.html
[3] https://www.heise.de/news/Microsoft-will-Militaer-und-Geheimdienste-beliefern-4205383.html
[4] https://www.heise.de/news/Google-Mitarbeiter-protestieren-gegen-Beteiligung-an-Militaer-Projekt-4011328.html
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