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Microsoft: Der halbe Android-Markt zahlt an uns

Dr. Oliver Diedrich

Laut Microsofts Chefjustiziar Brad Smith zahlen mittlerweile die umsatzstärksten Hersteller von Android-Geräten Lizenzgebühren an Microsoft. Nach Quanta und Wistron ist mit Compal jetzt auch der dritte große Auftragsfertiger an Bord.

In einem aktuellen Blog-Posting [1] fassen Brad Smith, Chef der Microsoft-Rechtsabteilung, und Horacio Gutierrez, verantwortlich für Microsofts "Intellectual Property", die Erfolge ihres Unternehmens bei der Lizenzierung von Techniken für Android-Geräte zusammen. Nach Quanta [2] und Wistron zahle jetzt mit Compal auch der dritte große Auftragsfertiger (Original Design Manufacturer, ODM) von Smartphones, Tablets und Notebooks Lizenzgebühren für Android-Geräte. Auf diese drei Unternehmen entfallen laut Microsoft 55 Prozent des weltweiten Umsatzes im ODM-Markt – allein Compal setze jährlich 28 Milliarden US-Dollar um.

Auch bei den Unternehmen, die Android-Smartphones selbst herstellen, kassiert Microsoft mit: Samsung [3] und HTC [4], beide Lizenznehmer von Microsoft, seien zusammen für 52 Prozent des Umsatzes mit Android-Smartphones in den USA verantwortlich. Als weitere Lizenznehmer für Android-Geräte nennt Microsoft Acer und ViewSonic [5] sowie Onkyo, General Dynamics Itronix und Velocity Micro [6]. Motorola Mobility (jetzt Teil von Google), Barnes & Noble, Foxconn und Inventec, die für ihre Android-Geräte keine Lizenzgebühren an Microsoft abführen, habe das Unternehmen verklagt. Eine Grafik [7] fasst die Klagen und Lizenzgeschäfte Microsofts im Android-Markt zusammen.

Smith und Gutierrez weisen den Vorwurf zurück, dass das Patentdickicht rund um Smartphones – hier spielen unter anderem noch Apple und Oracle mit – zu vertrackt sei, um sich noch in diesem Markt bewegen zu können. Microsoft habe beim Eintritt in neue Märkte – von der Unternehmens-Software bis zur XBox – immer umfassende Lizenzierungsprogramme aufgelegt, um sich, aber auch seine Kunden und Partner zu schützen. Die jüngsten Vereinbarungen würden zeigen, dass die Android-Hersteller nun dasselbe machen. Und das sei ein guter Weg für alle. (odi [8])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1365533

Links in diesem Artikel:
[1] http://blogs.technet.com/b/microsoft_on_the_issues/archive/2011/10/23/microsoft-s-new-patent-agreement-with-compal-a-new-milestone-for-our-android-licensing-program.aspx
[2] https://www.heise.de/news/Auch-Quanta-zahlt-an-Microsoft-1361327.html
[3] https://www.heise.de/news/Android-Samsung-zahlt-Lizenzgebuehren-an-Microsoft-1351181.html
[4] https://www.heise.de/news/Bericht-HTC-zahlt-Microsoft-5-Dollar-pro-Android-Smartphone-1251983.html
[5] https://www.heise.de/news/Einigung-im-Patentstreit-Acer-und-ViewSonic-zahlen-an-Microsoft-1339475.html
[6] https://www.heise.de/news/Microsoft-Lizenzgebuehren-fuer-Android-1271342.html
[7] http://blogs.technet.com/cfs-filesystemfile.ashx/__key/communityserver-blogs-components-weblogfiles/00-00-00-82-95/7624.androidpatent.jpg
[8] mailto:odi@ix.de