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Medienkonzern Axel Springer setzt auf Wachstum im Internet

SpĂ€testens in zehn Jahren soll mindestens die HĂ€lfte von Umsatz und Gewinn aus dem digitalen GeschĂ€ft kommen, sagte der Springer-Vorstandsvorsitzende. Er forderte MedienverbĂ€nde und Politik auf, sich ĂŒber neue Urheberrechts-Regeln im Netz zu verstĂ€ndigen.

Der Medienkonzern Axel Springer [1] will den RĂŒckgang bei Anzeigen und Auflage der Printtitel mit dem Wachstum im Internet ausgleichen. SpĂ€testens in zehn Jahren sollen mindestens die HĂ€lfte von Umsatz und Gewinn aus dem digitalen GeschĂ€ft kommen, sagte der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Berlin. Heute schöpft der Konzern, der unter anderem die Boulevard-Zeitung "Bild [2] und die Tageszeitung Die Welt [3] herausgibt, 14 Prozent des Umsatzes aus seinen Internet-Angeboten. Im vergangenen Jahr hatte Axel Springer einen Rekordgewinn erzielt. In den kommenden Monaten wolle Europas grĂ¶ĂŸtes Zeitungshaus verstĂ€rkt ZukĂ€ufe auf dem Mediensektor prĂŒfen. Bei niedriger Verschuldung, hoher LiquiditĂ€t und einer Kreditlinie von 1,5 Milliarden Euro sei der Konzern angesichts der Weltwirtschaftskrise fĂŒr "antizyklische Investitionen" bestens gewappnet.

Axel Springer habe frĂŒh die Chancen des Online-GeschĂ€fts erkannt und wie bei "Bild"-Zeitung" und Bild.de oder der "Welt"-Gruppe auf die Verbindung von Print-Titeln und Online-Angeboten gesetzt. Das Medienhaus sei weniger abhĂ€ngig vom Werbemarkt als viele Konkurrenten, die zwischen 54 und 80 Prozent ihrer Gesamterlöse mit Anzeigen erwirtschafteten. Bei Axel Springer seien es 46 Prozent, sagte Döpfner. Die Rubrikenanzeigen etwa fĂŒr Immobilien oder Autos seien mit nur 8 Prozent am Gesamterlös beteiligt. Mit Internet-Portalen wie Immonet [4] oder der Jobbörse Stepstone [5] könne der Verlag die Verluste bei der Abwanderung von Anzeigen ins Netz auffangen.

Zwar bleibe das journalistische Produkt wichtigste Aufgabe des Medienhauses. Es sei aber notwendig, auch im Netz die Verbreitung von Inhalten urheberrechtlich zu schĂŒtzen. "Es kann nicht sein, dass die Verlage die Inhalte liefern und andere das GeschĂ€ft damit machen", sagte Döpfner. Er forderte MedienverbĂ€nde und Politik auf, sich ĂŒber neue Urheberrechtsregeln im Netz zu verstĂ€ndigen. Von 2006 bis 2008 habe Axel Springer in 58 digitale Projekte investiert. Trotz der Finanzkrise plane das Haus Investitionen im dreistelligen Millionenbereich in Print und Online. Dabei wolle der Konzern attraktive Beteiligungen zu gĂŒnstigen Bewertungen erwerben und so die Entwicklung zu Europas fĂŒhrendem Multimedia-Unternehmen beschleunigen.

Wie bereits Ende Februar bekannt gegeben, war der Überschuss 2008 auf 571,1 Millionen Euro und damit auf den höchsten Wert in der Firmengeschichte gestiegen. Der Umsatz legte um 5,8 Prozent auf 2,73 Milliarden Euro zu. Eine Prognose fĂŒr 2009 gab der Medienkonzern nicht ab. Die AktionĂ€re sollen mit 4,40 Euro je Aktie 0,40 Euro mehr und damit eine Rekorddividende erhalten. Im Jahr zuvor war noch ein Verlust von 288,4 Millionen Euro ausgewiesen worden, weil die Posttochter PIN abgeschrieben worden war.

Siehe dazu auch:

(dpa) / (jk [7])


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https://www.heise.de/-205903

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.axelspringer.de/
[2] http://www.bild.de
[3] http://www.welt.de
[4] http://www.immonet.de/
[5] http://www.stepstone.de/
[6] https://www.heise.de/news/Axel-Springer-Verlag-fordert-Verschaerfung-des-Urheberrechts-205853.html
[7] mailto:jk@heise.de