Maps-Dienst: Apple lÀsst Kamerawagen durch Deutschland fahren
"Look Around" auf dem iPhone in iOS 13.
(Bild: Apple)
Neun Jahre ist die Kontroverse um Googles Street-View-Angebot hierzulande her. Nun lĂ€sst auch Apple StraĂenfotos anfertigen.
Apple schickt Fotowagen auf deutsche StraĂen: Ab dem kommenden Montag soll es in ersten StĂ€dten der Bundesrepublik losgehen. Gut 80 Fahrzeuge sollen bis Mitte September Bilder fĂŒr den Kartendienst des iPhone-Konzerns machen, teilte Apple am Dienstag mit.
Die Daten sollten in erster Linie das Kartenmaterial verbessern, so Apple. Die Aufnahmen könnten in Zukunft aber auch im neuen Panorama-Dienst Look Around [1] unter iOS zum Einsatz kommen â Apples Konkurrenzangebot zu Google Street View.
Auch Frankreich, UK, Italien und mehr
Apple gibt auf seiner Website an, in welchen Gegenden die Fahrzeuge demnĂ€chst unterwegs sein werden; Deutschland ist hier allerdings aktuell noch nicht verzeichnet. Vor der Bundesrepublik fuhren die Kamerawagen in Europa [2] bereits StraĂen in GroĂbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Kroatien und Slowenien ab. Vor dem Start in Deutschland war Apple mit dem bayerischen Datenschutzbeauftragten in Kontakt. Die Daten aus den Fahrzeugen werden auf Apples Server in den USA geladen.
Bei Look Around können Nutzer sich auf dem Bildschirm durch dreidimensionale Darstellungen von StraĂenzĂŒgen bewegen. Die Funktion soll im Herbst zunĂ€chst fĂŒr einige ausgewĂ€hlte Gebiete wie die Umgebung von San Francisco verfĂŒgbar sein. Nutzer können auch die Löschung von Rohdaten mit der Abbildung von Personen oder HĂ€user beantragen. Diese Möglichkeit bietet der Konzern vor einer möglichen EinfĂŒhrung in Deutschland und direkt zum Start der Kamerawagen-Fahrten an. Gesichter und Autokennzeichen werden bei Look Around â wie auch etwa bei Googles Street View â automatisch verpixelt.
Hohe Verpixel-"Trefferquote"
Die Software dafĂŒr kam im ersten Look-Around-Material aus der Umgebung von San Francisco nach Angaben von Apple auf eine fast 100-prozentige Trefferquote. Apple kann aus Fotos der Fahrzeuge unter anderem Informationen wie Namen von StraĂen oder GeschĂ€ften sowie zu Verkehrszeichen und StraĂenfĂŒhrung herausziehen.
Die Fahrzeuge sind neben Foto-Kameras mit Laser-Radaren ausgestattet, die ihre Umgebung in 3D abtasten. Die auch unter dem Namen Lidar bekannten GerÀte werden unter anderem in selbstfahrenden Autos eingesetzt. Die Fahrzeuge zeichnen zudem per GPS ihren Aufenthaltsort auf.
Kontroverse um Datenschutz
Andere Daten werden laut Apple nicht erhoben. Bei Google hatten die Kamera-Fahrzeuge seinerzeit zur prĂ€ziseren Orientierung auch die Kennungen und SignalstĂ€rken von Wifi-Netzwerken registrieren sollen, speicherten aber auch Fragmente unverschlĂŒsselter WLAN-Ăbertragungen [3]. Das wurde vom Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar aufgedeckt, Google sprach von einem Fehler. (mit Material der dpa)
(bsc [4])
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[2] https://maps.apple.com/imagecollection/
[3] https://www.heise.de/news/Google-stoppt-Sammlung-von-WLAN-Daten-1000683.html
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