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Mac App Store: Diskussion über geringe Verdienstchance

Leo Becker
Mac App Store: Diskussion über geringe Verdienstchance

Redacted soll Bildelemente unkenntlich machen

(Bild: Entwickler)

Trotz hoher Chart-Platzierung hat ein Entwickler mit seiner Software am ersten Tag im Mac App Store nur einen kleineren Betrag eingenommen – und eine Diskussion über die Tragfähigkeit von Apples Vertriebskanal ausgelöst.

Der Entwickler Sam Soffes hat Details zu den Einnahmen seiner neuen Mac-App Redacted veröffentlicht: Obwohl diese es am ersten Verkaufstag zum Preis von 5 Dollar in die Top 10 der meistverkauften Programme im US-Mac-App-Store gelangte und es auf den ersten Platz in der Kategorie Grafik-Software schaffte, haben seine Einnahmen nach Abzug von Apples 30-Prozent-Anteil bei gut 300 Dollar gelegen [1]. Knapp 60 Exemplare seiner App hat er über den Mac App Store in den USA verkauft. Er habe sich fast dazu entschieden, Indie-Entwickler zu bleiben, bevor er seinen Job bei einem Bezahl-Dienst antrat, schreibt Soffes – nun sei er froh, dass er sich doch gegen die Selbständigkeit entschieden hat.

Diese Verkaufszahlendetails haben eine Diskussion unter Mac-Entwicklern und Nutzern über die Verdienstmöglichkeiten im Mac App Store losgetreten. Der Entwickler Daniel Jalkut entgegnete auf Twitter [2], dass die kurzzeitige Platzierung unter den meistgekauften Programmen recht wenig über den tatsächlichen Verdienst aussagt – um im Mac App Store reich zu werden, müsse man entweder länger bei den umsatzstärksten Programmen vertreten sein oder ganz oben in den Gratis-Charts: Dort sind gewöhnlich Apps und Dienste zu finden, die ihr Geld auf andere Weise machen.

Nach Soffes hat mit Realmac ein erstes Entwicklerstudio ebenfalls Details zu den eigenen Verkaufszahlen publiziert [3]: Die für 10 Dollar angebotene To-Do-App Clear habe beispielsweise am 6. Mai im Mac App Store gut 450 Dollar eingebracht – sie sei damit auf Platz 15 der meistgekauften sowie auf Platz 35 der umsatzstärksten Apps gelegen. Es sei keine gute Geschäftsidee rein auf den Umsatz aus Apples App-Läden zu vertrauen, merkt der Realmac-Entwickler Dan Counsell an – seinen Höhepunkt habe Apples Vertriebskanal für Indie-Entwickler im Jahr 2013 gehabt. (lbe [4])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-2639721

Links in diesem Artikel:
[1] http://blog.soff.es/redacted-for-mac-launch/
[2] https://twitter.com/danielpunkass/status/596160308328210432
[3] http://dancounsell.typed.com/articles/product-revenue-snapshot
[4] mailto:lbe@heise.de