MCI verklagt ehemaligen Konzernchef
Der US-Telekommunikationskonzern MCI will von seinem ehemaligen Chef Bernard Ebbers 400 Millionen US-Dollar zurück.
Der US-Telekommunikationskonzern MCI (früher WorldCom) hat seinen ehemaligen Konzernchef Bernard Ebbers am Insolvenzgericht in New York verklagt. Das Unternehmen verlangt an Ebbers vergebene Firmenkredite von 408 Millionen US-Dollar zurück. Dies hat die US-Wirtschaftsagentur "Bloomberg" heute berichtet, nachdem sich MCI Mitte der Woche mit Ebbers in einer anderen Angelegenheit gütlich geeinigt [1] hatte. Ebbers hatte den größten Teil der Gelder verwendet, um fällige eigene Kredite bei der Bank of America und anderen Kreditgebern zurückzuzahlen. Der 62-jährige soll den wohl größten Bilanzbetrug in der US-Wirtschaftsgeschichte verantwortet haben. Ein Verfahren der US-Justiz [2] gegen ihn beginnt am 9. November.
Ebbers hatte WorldCom zu einem der weltgrößten Telekommunikationskonzerne aufgebaut. WorldCom hatte nach einem Bilanzbetrug von elf Milliarden Dollar ein Insolvenzverfahren [3] eingeleitet, aus dem die Gesellschaft schließlich als MCI hervorging. Die Aktionäre und Gläubiger hatten bei der WorldCom-Insolvenz den größten Teil ihrer Mittel verloren. Ebbers werden Verschwörung, Wertpapierbetrug, und Falschaussagen vor der US-Wertpapier- und Börsenaufsichtskommission vorgeworfen. (ad [4])
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[1] https://www.heise.de/news/MCI-einigt-sich-mit-ehemaligen-Managern-104595.html
[2] https://www.heise.de/news/Weitere-Anklage-gegen-Ex-Worldcom-Chef-Ebbers-99315.html
[3] https://www.heise.de/news/MCI-beendet-Insolvenzverfahren-97265.html
[4] mailto:ad@ct.de
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