Lik Sang muss an Nintendo zahlen [Update]
Der Spielkonsolenhersteller hat mehrere Prozesse gegen ein Unternehmen gewonnen, das GerÀte zur Herstellung von Gameboy-Spiel-Raubkopien vertrieben hat.
Spielkonsolenhersteller Nintendo [1] hat mehrere Prozesse gegen die Firma Lik Sang International, Hong Kong, gewonnen, weil Lik Sang ein GerĂ€t vertrieben hat, mit dessen Hilfe man Spiele unter Umgehung der Kopierschutzsperre aus dem Gameboy extrahieren konnte. Im jĂŒngsten Prozess sprach ein Gericht in Hong Kong Nintendo umgerechnet rund 550.000 Euro zu. Das soll aber nicht die einzige Zahlung gewesen sein: Nintendo fordert fĂŒr entgangene UmsĂ€tze in den Jahren 2001 und 2002 insgesamt umgerechnet 17 Millionen Euro Schadenersatz von Lik Sang. Dies geht aus US-Medienberichten hervor.
Grund der Klage ist ein kleines, Flashlinker genanntes GerĂ€t, das umgerechnet knapp 40 Euro kostet und die Kopiersperren im Game Boy auszuschalten vermag, berichten US-Medien unter Berufung auf Aussagen der Anti-Piraterie-Beauftragten bei Nintendo, Jodi Daugherty. Sei die Software erst einmal extrahiert, könne man sie leicht auf neue Cartridges aufspielen oder zum unbegrenzten Download im Internet anbieten, erklĂ€rte Daugherty. So könne man Raubkopien fĂŒr umgerechnet 5 bis 15 Euro kaufen, wolle man sie legal erwerben, kosteten die Spiele 25 bis 45 Euro.
Daugherty hofft nun, dass die Gerichtsurteile den Machenschaften bei Lik Sang ein Ende bereitet haben. GegenĂŒber US-Medien gab sie an, dass Nintendo und die Partnerunternehmen aufgrund von Softwarepiraterie UmsatzeinbuĂen von umgerechnet knapp 560 Millionen Euro hinnehmen mussten. Die gesamte Branche, schĂ€tzt sie, habe mindestens 2,5 Milliarden Euro dadurch verloren. (ola [2])
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-80831
Links in diesem Artikel:
[1] http://www.nintendo.com/
[2] mailto:ola@ct.de
Copyright © 2003 Heise Medien