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Lenovo stellt preiswerte Bürorechner auch mit AMD-Prozessoren vor

Christof Windeck

Der chinesische Hersteller Lenovo, der die IBM-PC-Sparte übernommen hat, offeriert eine neue Office-Rechner-Baureihe, in der auch Athlon-64- und Sempron-Prozessoren arbeiten.

AMD [1] hat als zweitgrößter Hersteller von x86-Prozessoren mittlerweile zwar angeblich über 20 Prozent Stückzahl-Anteil [2] am gesamten x86 [3]-Markt erobert, doch fußt dieser Erfolg vor allem auf das Heimrechner-Segment für Privatkunden. Im Bereich der Geräte für professionelle Nutzer geht es deutlich langsamer voran, wenn man von Workstations (die nur geringe Stückzahlen erreichen) absieht: Das Gebiet der Office-Computer dominiert Intel noch deutlich.

Während der Einsatz von AMD-Prozessoren in Geräten des PC-Weltmarkt-Führers Dell bisher Spekulation geblieben ist [4], konnte AMD jedoch bereits unter vielen anderen den zweitgrößten Hersteller HP [5], den in Europa wichtigen Anbieter Fujitsu Siemens [6] sowie den drittgrößten chinesischen Hersteller Tsinghua Tongfang [7] von seinen Produkten überzeugen. IBM [8] setzt AMD-Prozessoren in (Blade [9]-)Server [10]n und HPC [11]-Cluster [12]-Knoten ein, hat sie aber nur sporadisch in PCs verwendet [13] und – anders als etwa Konkurrent HP – nie in Notebooks.

Der chinesische Hersteller Lenovo [14], der die IBM-PC-Sparte übernommen hat [15], verwendet nun in seiner ersten Office-Rechner-Baureihe unter eigenem Markennamen [16] auch Athlon-64- und Sempron-Prozessoren. Bei den Lenovo-3000 [17]-Modellen handelt es sich um sehr preiswerte, einfach ausgestattete Rechner im Mikrotower-Gehäuse. Während die J100-Varianten [18] mit dem etwa 3 Jahre alten [19] Chipsatz [20] SiS661FX und Pentium-4-6xx-Prozessoren arbeiten, stecken in den J105-Typen [21] Mainboards mit dem etwa zwei Jahre alten [22] VIA K8M800 und AMD64 [23]-Prozessoren. Beide Chipsätze enthalten jeweils integrierte Grafikprozessoren, die für einfache 2D-Grafik völlig ausreichen, aber unzeitgemäße 3D-Beschleunigung liefern. DVI-Ports sind nicht vorhanden, es ist ausschließlich der Anschluss analoger Displays möglich – es lassen sich allerdings nachträglich AGP [24]-Karten einbauen (PCI Express [25] fehlt den beiden Chipsätzen ebenfalls).

HP setzt bei einigen Athlon-64-Rechnern auf den wesentlich moderneren Chipsatz ATI Radeon Xpress 200, Fujitsu Siemens verwendet den immerhin PCIe-fähigen SiS761GX, der allerdings ebenfalls nur DirectX 8 beherrscht.

Weil die aktuellen Lenovo-3000-Systeme beispielsweise weder einen DirectX-9-tauglichen Grafikbeschleuniger noch einen HD-Audio-Soundchip besitzen, entsprechen sie nicht den bisher gültigen Microsoft-Anforderungen [26] für ein Windows-Vista-Logo.

Lenovo verzichtet bei den 3000er-Rechnern auf das in vielen ThinkCentre-Desktops und ThinkPad-Notebooks eingebaute Trusted Platform Module (TPM [27]), das dort in den Super-I/O-Bausteinen [28] der Firma Winbond [29] steckt, die den Hersteller National aufgekauft hat [30]. Leider dokumentiert Winbond die neuere, TPM-1.2-kompatible Version PC8375S nicht. (ciw [31])


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https://www.heise.de/-106421

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.amd.com/
[2] https://www.heise.de/news/AMD-hat-ueber-20-Prozent-Marktanteil-bei-x86-Prozessoren-168954.html
[3] http://www.heise.de/glossar/entry/x86-399507.html
[4] https://www.heise.de/news/Analyst-Dell-bringt-im-Maerz-Notebooks-mit-AMD-Doppelkern-CPU-171305.html
[5] http://h10010.www1.hp.com/wwpc/us/en/sm/WF02d/12454-64287-89301.html
[6] http://www.fujitsu-siemens.de/sme/products/deskbound/personal_computers/index.html
[7] http://www.tongfangpc.com/
[8] http://www.ibm.com/
[9] http://www.heise.de/glossar/entry/Blade-Server-397205.html
[10] http://www.heise.de/glossar/entry/Server-399357.html
[11] http://www.heise.de/glossar/entry/High-Performance-Computing-397453.html
[12] http://www.heise.de/glossar/entry/Server-Cluster-394809.html
[13] https://www.heise.de/news/IBM-PCs-ohne-AMD-CPUs-45522.html
[14] http://www.lenovo.com/
[15] https://www.heise.de/news/Lenovo-schliesst-uebernahme-von-IBMs-PC-Sparte-ab-157890.html
[16] https://www.heise.de/news/Lenovo-verkauft-erstmals-weltweit-Computer-unter-eigener-Marke-106278.html
[17] http://www.pc.ibm.com/de/3000/index.html?de
[18] http://www-307.ibm.com/pc/support/site.wss/document.do?sitestyle=lenovo&lndocid=MIGR-63077
[19] https://www.heise.de/news/SiS-stellt-Chipsaetze-fuer-neuen-Intel-Prozessor-vor-77889.html
[20] http://www.heise.de/glossar/entry/Chipsatz-399501.html
[21] http://www-307.ibm.com/pc/support/site.wss/document.do?sitestyle=lenovo&lndocid=MIGR-62828
[22] https://www.heise.de/news/VIA-zeigt-ersten-Athlon-64-Chipsatz-mit-integrierter-Grafik-90321.html
[23] http://www.heise.de/glossar/entry/AMD64-399513.html
[24] http://www.heise.de/glossar/entry/Accelerated-Graphics-Port-395642.html
[25] http://www.heise.de/glossar/entry/PCI-Express-395644.html
[26] https://www.heise.de/news/Windows-Vista-Microsoft-praezisiert-Hardware-Voraussetzungen-173278.html
[27] https://www.heise.de/news/Nicht-alle-lieben-TPM-177361.html
[28] https://www.heise.de/news/Super-I-O-Chip-von-National-mit-eingebautem-Trusted-Platform-Module-105295.html
[29] http://www.winbond.com.tw/E-WINBONDHTM/partner/apc_003.html
[30] https://www.heise.de/news/National-Semiconductor-verkauft-die-Super-I-O-Chipsparte-an-Winbond-145792.html
[31] mailto:ciw@ct.de