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Lange Arbeitszeiten schÀdigen die Gesundheit

Frank Möcke

Die Bundesanstalt fĂŒr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Dauer der geleisteten Arbeitsstunden und dem Auftreten gesundheitlicher Beschwerden festgestellt.

Eine Untersuchung der Bundesanstalt fĂŒr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Dauer der geleisteten Arbeitsstunden und dem Auftreten gesundheitlicher Beschwerden. Der Anteil der BeschĂ€ftigten, die ĂŒber Schlafstörungen klagen, nimmt mit der Dauer der geleisteten Arbeitszeit zu. Ingesamt steigt das Risiko gesundheitlicher BeeintrĂ€chtigungen bei langen Arbeitszeiten. Zu diesem Ergebnis kommt die Bundesanstalt fĂŒr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) [1].

Die jetzt veröffentlichte Studie [2] zeigt den Zusammenhang zwischen der wöchentlichen Arbeitsdauer und dreier gesundheitlichen Symptomen auf: Schlafstörungen, RĂŒckenschmerzen und Herzbeschwerden. Trotz unterschiedlichen Beschwerdeniveaus, das auf unterschiedliche Fragestellungen in den deutschen und europĂ€ischen Befragungen zurĂŒckgefĂŒhrt wird, lassen sich in allen vier DatensĂ€tzen gleiche Strukturen in Form eines nahezu linearen Anstiegs der BeschwerdehĂ€ufigkeit erkennen, der von der Dauer der Arbeitszeit abhĂ€ngt.

Besonders deutlich machen dies die beiden untersuchten Umfragen aus Deutschland. Hier klagt nur jeder zehnte Befragte in Teilzeit (weniger als 19 Wochenarbeitsstunden) ĂŒber Schlafstörungen, bei BeschĂ€ftigten in Vollzeit (zwischen 35 und 44 Wochenarbeitsstunden) ist es bereits jeder FĂŒnfte. Im Bereich der BeschĂ€ftigten mit deutlich ĂŒberlangen Arbeitszeiten von mehr als 60 Stunden pro Woche leidet nach eigenen Angaben sogar etwa jeder vierte unter Schlafbeschwerden. Faktoren wie Schichtarbeit, variable Arbeitszeiten, Arbeit an Wochenenden oder schlechte Planbarkeit der Arbeitszeit wirken sich verstĂ€rkend auf gesundheitliche BeeintrĂ€chtigungen aus.

FĂŒr die meisten gesundheitlichen BeeintrĂ€chtigungen lassen sich in allen vier Studien Ă€hnliche ZusammenhĂ€nge finden. Ausnahmen bilden Beschwerden wie Husten, ErkĂ€ltung oder Allergien, die erwartungsgemĂ€ĂŸ wenig von der Arbeitsdauer abhĂ€ngen. Die Ergebnisse der vier untersuchten Stichproben stĂŒtzen sich gegenseitig und sichern sich damit ab. Damit steht fest, dass lĂ€ngere Arbeitszeiten das Risiko gesundheitlicher BeeintrĂ€chtigung erhöhen. Die negativen Auswirkungen langer tĂ€glicher und wöchentlicher Arbeitszeiten auf das Unfallrisiko sind bereits seit einiger Zeit bekannt. In Diskussionen um ArbeitszeitverlĂ€ngerungen sollte deshalb nicht nur auf die wirtschaftliche Komponente geschaut, sondern auch deren gesundheitlichen und sozialen Effekte berĂŒcksichtigt werden, rĂ€t die Bundesanstalt fĂŒr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. (fm [3])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-217374

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.baua.de
[2] http://www.baua.de/nn_11598/de/Publikationen/Fachbeitraege/artikel20,xv=vt.pdf?
[3] mailto:fm@ct.de