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Kino-Branche hofft auf Erfolge beim Vorgehen gegen Filmkopierer

Torge Löding

Vertreter der Filmindustrie beziffern den Verlust durch illegale Kopien von Filmen im Internet auf ein FĂŒnftel des Jahresumsatzes.

Vertreter der Filmindustrie beziffern den Verlust ihrer JahresumsĂ€tze durch illegale Kopien von Filmen im Internet auf ein FĂŒnftel des Jahresumsatzes. Im vergangenen Jahr sei der Verlust aber nur noch leicht gewachsen, sagte Elke Esser von "Zukunft Kino Marketing" (ZKM [1]), einem Zusammenschluss großer Kinos in Deutschland, am Rande des Filmtheater-Kongresses [2] in einem dpa-Interview. Angesichts der mittlerweile flĂ€chendeckend verbreiteten technischen Ausstattung wie Breitband-Internet-ZugĂ€ngen oder DVD-Brennern seien höhere Summen befĂŒrchtet worden. "Wir hoffen auf eine Trendwende", sagte Esser. Ihr Verband zeichnet verantwortlich fĂŒr die umstrittene Anti-Raubkopierer-Kampagne Hart aber gerecht [3].

WÀhrend Kinos und Verleihern 2002 laut ZKM ein geschÀtzter Schaden von 800 Millionen Euro entstanden sei, habe dieser ein Jahr spÀter bereits bei 1 Milliarde Euro gelegen, im vergangenen Jahr bei 1,06 Milliarden Euro. Als erfolgreich bilanzierte Esser die Arbeit der Polizei: In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen seien 2004 ein kommerzielles Download-Portal zerschlagen [4] und Adressen von 45.000 Nutzern sichergestellt worden [5]. "In einem zweiten Schlag gegen die Raubkopierer wurden 800 Objekte von der Privatwohnung bis zum Rechenzentrum kontrolliert und somit Verteilungswege verstopft", sagte sie.

Rund 60 Prozent der so genannten Raubkopierer kennen nach Angaben der ZKM die Konsequenzen ihres Handelns und seien sich der IllegalitĂ€t bewusst, wie Esser aus einer neuen Studie zitierte. Oft komme das Bildmaterial bereits aus anderen LĂ€ndern, vor allem aus Fernost, sodass in Deutschland nur noch ein Mikrofon fĂŒr Tonaufnahmen in die Kinos geschleust werden mĂŒsse. Große Hollywood-Produktionen liefen mittlerweile meist sofort nach ihrem US-Start in Deutschland an, um den Vorsprung der Filmkopierer zu kappen. "Es ist mittlerweile ein Erfolg, wenn ein Film erst ein oder zwei Wochen nach dem deutschen Start im Netz zu finden ist", sagte Esser. Betroffen seien Filme aller Art. Auch die Kopierer gehörten weder einer bestimmten sozialen Schicht noch einer spezifischen Altersgruppe an.

FĂŒr den Videomarkt war das Jahr 2004 durch den Verkaufsschlager DVD indes ein Rekordjahr [6] mit einem Umsatzvolumen von 1,75 Milliarden Euro. (tol [7])


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https://www.heise.de/-150707

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.hartabergerecht.de/
[2] http://www.forum-film.com/
[3] https://www.heise.de/news/Filmindustrie-nimmt-weibliche-Online-Piraten-ins-Visier-141182.html
[4] https://www.heise.de/news/Warez-Razzia-bei-Muenchner-Rechtsanwalt-105267.html
[5] https://www.heise.de/news/Warez-Razzia-FTPWelt-Nutzer-muessen-mit-Strafverfahren-rechnen-2-Update-105341.html
[6] https://www.heise.de/news/Zugpferd-DVD-Videomarkt-verbucht-erneut-Rekordjahr-150082.html
[7] mailto:tol@heise.de