Keine weitere VerschÀrfung des Jugendschutzes bei neuen Medien
Eine VerschÀrfung des Jugendschutzes ist im Bundestag gescheitert; Bayern wollte Killerspiele verbieten und den Verleih von jungendgefÀhrdenden DVDs oder Spielen verhindern.
Eine von Bayern geforderte VerschĂ€rfung des erst im Juni 2002 novellierten Jugendschutzes [1] ist im Bundestag gescheitert. Die rotgrĂŒne Koalition lehnte den VorstoĂ ab. "Unsere Leitlinie ist: Jugendliche stĂ€rken und schĂŒtzen", erklĂ€rte Kerstin Griese (SPD) in der Debatte. Dazu gehöre auch, die Medienkompetenz zu stĂ€rken. Man mĂŒsse erst einmal sehen, ob die MaĂnahmen der im April in Kraft tretenden Novelle greifen, lehnte auch Marieluise Beck, StaatssekretĂ€rin im Ministerium fĂŒr Familie, Senioren, Frauen und Jugend, den Vorschlag ab. Das neue Gesetz, das im April in Kraft treten soll, sieht eine ĂberprĂŒfung der Wirksamkeit nach fĂŒnf Jahren vor.
Bayern wollte mit dem vom Bundesrat eingebrachten Ănderungsantrag [2] unter anderem "so genannte Killerspiele wie Gotcha, Paintball und Laserdrome" verbieten. Gleichzeitig sollte Jugendlichen erst ab 16 Jahren Computer- und Videospiele in der Ăffentlichkeit erlaubt sein. Die Vermietung schwer jugendgefĂ€hrdender Videos, DVDs oder Computerspiele sollte generell untersagt werden -- dies sollte auch fĂŒr Erwachsene gelten. Bereits bei der Diskussion um die Novelle des Jugendschutzgesetzes war Bayern mit verschĂ€rfenden VorschlĂ€gen gescheitert [3].
Das novellierte Jugendschutzgesetz, das in der Folge des Massakers in einem Erfurter Gymnasium auf den Weg gebracht [4] wurde, hatte bereits einige VerschĂ€rfungen eingefĂŒhrt. So können alle neue Medien, beispielsweise Internetseiten, kĂŒnftig auf den Index gesetzt werden. Die BundesprĂŒfstelle fĂŒr jugendgefĂ€hrdende Medien kann nach dem Gesetz auch ohne Antrag Medien aller Art auf eine Verbotsliste setzen. (anm [5])
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[1] https://www.heise.de/news/Bundestag-verabschiedet-umstrittenes-Jugendschutzgesetz-65006.html
[2] http://dip.bundestag.de/btd/15/000/1500088.pdf
[3] https://www.heise.de/news/Bayern-fordert-weitere-Verschaerfung-des-Medien-Jugendschutzes-63730.html
[4] http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/12522/1.html
[5] mailto:anm@ct.de
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