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Karussell der Elektronik-SchnÀppchen bei Discountern dreht schneller

Den Kunden freut der harte Preiskampf der Discounter und FachmĂ€rkte um Computer, Flachbildschirme, Handys und Navigationssysteme. Die GroßhĂ€ndler wie Medion, die Aldi und Co. die GerĂ€te liefern, stöhnen dagegen ĂŒber explodierende Kosten.

Den Kunden freut der harte Preiskampf der Discounter und FachmĂ€rkte um Computer, Flachbildschirme, Handys und Navigationssysteme. Die GroßhĂ€ndler wie Medion, die Aldi und Co. die GerĂ€te auf die Sonderpostentische legen, stöhnen dagegen ĂŒber explodierende Kosten. Weil Bestellungen immer kurzfristiger kommen und Aktionen kĂŒrzer laufen, steigt der Aufwand. "Das ist wie beim Urlaub. Wird eine Reise kurzfristig gebucht, ist sie auch teurer", heißt es im Hause Medion. Und die Zeche zahlen soll der Lieferant.

Der Elektronikdienstleister, der vor allem fĂŒr seinen Hauptkunden Aldi Verkaufsaktionen fast bis ins Regal arrangiert, kann seine Logistikosten kaum im Zaum halten. Unrentable Aktionen will Medion deshalb kĂŒnftig ganz streichen. Ob sich eine Toaster-Lieferung nach Portugal noch lohnt, muss halt ĂŒberprĂŒft werden, heißt es beispielhaft in Essen.

Hatte der SchnĂ€ppchen-Organisator trotz Preisverfalls die StĂŒckzahlen zunĂ€chst noch halten können, droht nun mit der Verabschiedung von teuren Aktionen auch ein Umsatzverlust [1]. Ertragreich bleiben nach wie vor junge Produkte. Wenn ein NavigationsgerĂ€t erst bei wenigen Anbietern zum hohen Preis zu haben ist, lohnt sich eine Sonderaktion, weiß man bei Medion. Ist ein Produkt zur Massenware geworden, fĂ€llt der Preisunterschied geringer aus und der Kunde greift nicht mehr so schnell zu.

Mit Aldi und den Metro-Tochtergesellschaften Saturn und Media Markt beliefert Medion, das sich mit der Verlegung des Hauptsitzes von MĂŒlheim nach Essen gerade vergrĂ¶ĂŸert hat, einige der Haupt- EndverkĂ€ufer fĂŒr elektronisches GerĂ€t. "Da ist der Preiskampf groß und die Gewinnmarge fĂŒr Medion klein", heißt es in der Branche. Und die Zeiten, wo Aldi-PCs regelmĂ€ĂŸig innerhalb von Minuten vergriffen sind, gehören weitgehend der Vergangenheit an.

Immerhin ging zum Jahresende die erste Handy-Aktion [2] mit dem Aldi-Talk-Tarif gut ĂŒber den Ladentisch. "Da hat Aldi in der Branche einen Ruck ausgelöst. Andere mussten nachziehen", sagt ein GroßhĂ€ndler. Handys soll es auch kĂŒnftig bei Aldi [3] geben. Auch Laptops, Navi-GerĂ€te und Flachbildschirme wird Medion kaum aus dem Programm schmeißen. Vor der Fußball-WM sollen noch besonders Fernseher mit Flachbildschirm fĂŒr Umsatz sorgen.

Eine Prognose wagt Medion-Chef Gerd Brachmann auf Grund des anhaltend mĂ€ĂŸigen Konsumklimas noch nicht wieder. Vor zwei Jahren musste er nach gutem Start ins Jahr 2004 und hohen Erwartungen die erste Gewinnwarnung herausgeben. Da war die Aktie das erste Mal "abgeschmiert". 2005 hatte sich Brachmann deshalb eine Prognose erspart. "Das wollen wir nicht noch einmal erleben", sagte er vor zehn Monaten und hatte vorsichtig erklĂ€rt, das GeschĂ€ft nach schwachem Start im ersten Quartal 2005 stabilisieren zu wollen. Am Ende 2005 stand ein RĂŒckgang beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 90 Millionen auf rund 19 Millionen Euro zu Buche. (dpa) / (jk [4])


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Medion-wird-Gewinnerwartungen-2005-deutlich-verfehlen-Update-163415.html
[2] https://www.heise.de/news/Aldi-steigt-ins-Mobilfunk-Geschaeft-ein-Update-154389.html
[3] https://www.heise.de/news/Aldi-will-Mobilfunkangebot-2006-neu-auflegen-Update-161187.html
[4] mailto:jk@heise.de