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KDG-Börsengang soll 700 Millionen Euro einspielen

Von dem Geld wird Kabel Deutschland (KDG) selbst aber nichts sehen: Die Einnahmen sollen komplett den KDG-EigentĂŒmern zufließen, darunter die US-Beteiligungsfirma Providence, die 88 Prozent an dem hoch verschuldeten Unternehmen hĂ€lt.

Deutschlands grĂ¶ĂŸter Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG [1]) soll bis Ende MĂ€rz an die Börse [2] gebracht werden. Die EigentĂŒmer – allen voran die US-Beteiligungsfirma Providence [3] – wollen bis zu 51,75 Millionen Anteilsscheine ausgeben und damit brutto rund 700 Millionen Euro einspielen, hieß es in dem am Montag in MĂŒnchen vorgelegten Börsenprospekt. Die Einnahmen sollen komplett den EigentĂŒmern zufließen, die hochverschuldete KDG selbst wird demnach kein Geld aus dem Börsengang erhalten. Mit einem erfolgreichen Börsengang wĂŒrde sich Providence von seiner Mehrheit an KDG trennen.

6,75 Millionen weitere Anteilsscheinen zusammen, die in einer Mehrzuteilungsoption ausgegeben werden können. Sollten alle Aktien platziert werden, wĂ€re mehr als die HĂ€lfte des Grundkapitals von 90 Millionen Euro an die Börse gebracht. Die Angebotsfrist solle zwischen dem 11. und 15. MĂ€rz starten und am 19. MĂ€rz enden. Die Erstnotiz an der Frankfurter Börse sei fĂŒr den 22. MĂ€rz geplant.

Der genaue Beginn der Angebotsfrist werde gemeinsam mit der Preisspanne veröffentlicht, innerhalb derer Kaufangebote abgegeben werden können, heißt es in dem Angebotsprospekt weiter. Diese wird frĂŒhestens am 10., spĂ€testens aber am 12. MĂ€rz bekanntgegeben, wie es in dem Prospekt weiter hieß. Das Unternehmen hatte Ende Februar mitgeteilt, dass Providence den Börsengang vorbereitet und einen Minderheitsanteil platzieren will. Zuvor hatte es auch Spekulationen um einen möglichen Verkauf von KDG gegeben.

Providence hatte zusammen mit anderen Investoren KDG 2003 von der Deutschen Telekom ĂŒbernommen [4] und hĂ€lt heute rund 88 Prozent. KDG versorgt in Deutschland rund 8,9 Millionen Haushalte in 13 BundeslĂ€ndern und will vor allem mit sogenannten Triple-Play-Diensten wachsen, einem Paket-Angebot aus Fernsehen und Radio, schnellen InternetanschlĂŒssen und Telefonie ĂŒber das Fernsehkabel. KDG beschĂ€ftigt rund 2640 Mitarbeiter.

In den ersten neun Monaten [5] des laufenden GeschÀftsjahres 2009/10 (31. MÀrz) wuchs der Umsatz um 9,3 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Unterm Strich verdiente KDG 23,1 Millionen Euro, nach einem Verlust von 46,8 Millionen Euro im Vorjahr. Die Schulden des Unternehmens beliefen sich auf rund 3,1 Milliarden Euro. (pmz [6])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-949132

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.kabeldeutschland.com/
[2] https://www.heise.de/news/Bericht-Boersengang-von-Kabel-Deutschland-noch-im-Maerz-947103.html
[3] http://www.provequity.com/
[4] https://www.heise.de/news/Ex-Telekom-Kabeltochter-draengt-auf-Abschaltung-des-Analog-TV-80073.html
[5] https://www.heise.de/news/Kabel-Deutschland-waechst-weiter-926799.html
[6] mailto:pmz@ct.de