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Justizministerin will Gesetz gegen Hetze im Netz verschÀrfen

Schild

(Bild: sylvar CC BY 2.0)

Bundesjustizministerin Lambrecht (SPD) will im Kampf gegen Online-Hass das Netzwerkdurchsetzungsgesetz schÀrfer gestalten.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) will das Gesetz gegen Hass und Hetze im Internet verschĂ€rfen. Bis Jahresende wolle sie hierzu konkrete VorschlĂ€ge machen, sagte sie dem Magazin Der Spiegel. "Morddrohungen, Volksverhetzungen und rassistische Verunglimpfungen im Internet mĂŒssen hart verfolgt werden", sagte Lambrecht. "Hier mĂŒssen wir die sozialen Netzwerke noch stĂ€rker in die Pflicht nehmen."

Das vor zwei Jahren beschlossene Netzwerkdurchsetzungsgesetz verpflichtet Internet-Plattformen zu einem hĂ€rteren Vorgehen gegen Hass, Hetze und Terror-Propaganda. Klar strafbare Inhalte mĂŒssen binnen 24 Stunden gelöscht werden, auf Nutzerbeschwerden soll nach spĂ€testens 48 Stunden reagiert werden. Zudem mĂŒssen die Unternehmen alle sechs Monate einen Bericht ĂŒber ihren Umgang mit Beschwerden veröffentlichen.

Lambrecht verwies auch auf Regelungen, ĂŒber die derzeit auf EU-Ebene verhandelt wird. Sie sollen Internet-Plattformen unter anderem verpflichten, Daten zĂŒgig an Staatsanwaltschaften herauszugeben. Wer sich strĂ€ubt, dem sollen auch Geldbußen drohen.

Dem Deutschen Richterbund reicht das nicht. "Es braucht eine gesetzliche Auskunftspflicht fĂŒr die Netzwerke, die Bestandsdaten von Nutzern an die Strafverfolger herauszugeben, so wie es sie fĂŒr Telekommunikationsanbieter ebenfalls gibt", sagte BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Sven Rebehn der Deutschen Presse-Agentur. "Die Bundesregierung sollte das jetzt zĂŒgig im deutschen Recht regeln und nicht auf eine europĂ€ische Lösung warten, die vermutlich noch einige Jahre dauern wird. Es besteht nach wie vor eine faktische StrafbarkeitslĂŒcke bei Straftaten, die im Netz unter Pseudonym begangen werden."

Auch das BKA wĂŒnscht offenbar eine VerschĂ€rfung des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes [1], wie kĂŒrzlich die SĂŒddeutsche Zeitung berichtete. Der Bericht zitiert aus Planungspapieren der Polizeibehörde, denen zufolge eine eigene Abteilung eingerichtet werden soll, die unter anderem gegen HasskriminalitĂ€t im Internet vorgeht. Teil der Planung ist auch eine Pflicht fĂŒr Plattformbetreiber, strafbare Inhalte nicht nur zu löschen, sondern auch ans BKA weiterzuleiten. Das wĂŒrde wohl eine Gesetzesnovelle nötig machen. (Mit Material der dpa) / (axk [2])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-4511144

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Bundeskriminalamt-will-Hasskriminialitaet-im-Internet-konsequenter-bekaempfen-4500226.html
[2] mailto:axk@heise.de