Justizministerin lehnt EU-PlÀne zur Telefondaten-Speicherung ab
"Die Aufzeichnung von Telefonverbindungsdaten ist ein Eingriff in Grundrechte", sagte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries vor einem Treffen mit ihren europĂ€ischen Amtskollegen in BrĂŒssel.
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries lehnt jĂŒngste EU-PlĂ€ne [1] zur jahrelangen Speicherung von Telefon- und Internetdaten ab. "Die Aufzeichnung von Telefonverbindungsdaten ist ein Eingriff in Grundrechte", sagte Zypries vor einem Treffen mit ihren europĂ€ischen Amtskollegen in BrĂŒssel. Ein solcher Eingriff sei aus deutscher Sicht nur akzeptabel, wenn ein "höherwertiger Zweck" nachgewiesen werde.
Die BefĂŒrworter der SpeicherplĂ€ne sollten zunĂ€chst darstellen, welche Erfolge damit bei der Verfolgung von StraftĂ€tern oder Terroristen zu erwarten seien. "Die Haltung der Bundesregierung ist, dass dieses Dossier nach dem heutigen Stand der Diskussion nicht zu verabschieden ist", sagte Zypries.
Der gemeinsame VorstoĂ von Frankreich, GroĂbritannien, Irland und Schweden sieht unter anderem vor, dass sĂ€mtliche Angaben zu Verbindungen per Telefon und Internet bis zu drei Jahre lang gespeichert werden. Dies solle der Polizei bei der Fahndung helfen. Die deutschen DatenschĂŒtzer lehnen die PlĂ€ne ab. Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie hĂ€lt nichts von dem VorstoĂ und verweist auf zusĂ€tzliche Kosten fĂŒr die Diensteanbieter. Im November waren die Beratungen ĂŒber die EU-Vorratsdatenspeicherung zunĂ€chst vertagt [2] worden. (dpa) / (tol [3])
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