J.D. Edwards entdeckt die Pinguine
Unternehmens-Softwareschmiede J. D. Edwards will die hauseigenen Programme auch für das Betriebssystem Linux herausbringen.
Unternehmens-Softwareschmiede J. D. Edwards [1] will die hauseigenen Programme auch für das Betriebssystem Linux herausbringen. Die im Mai erschienene Suite J. D. Edwards 5 umfasst unter anderem Programme fürs Enterprise Resource Planning (ERP), Supply Chain Management (SCM), Business Intelligence zur Aufbereitung von Unternehmens-Informationen sowie fürs Customer Relation Management (CRM). Letzteres soll als Vorreiter noch in diesem Jahr in einer Version für die Linux-Distribution von S.u.S.E. [2] auf den Markt kommen. Trotz der überraschenden Kooperation mit dem Nürnberger Linuxhaus an Stelle des in diesem Markt stärker vertretenen Distributors Red Hat [3] soll sich die Software der Amerikaner aber auch mit anderen Linux-Varianten vertragen. Die Anwendungen sollen auf IBMs Intel-basierten Servern laufen und serienmäßig die Datenbank DB2 und die E-Commerce-Software Websphere, beide gleichfalls von Big Blue, mitbringen. Diese Bündelung liegt nahe, weil IBM Global Services [4] die Pakete beim Kunden installieren und anpassen soll.
Auf einem Markt, der zunehmend von Platzhirschen wie SAP und dem mittlerweile verstärkten [5] Mitbewerber Microsoft [6] beherscht wird, musste J. D. Edwards im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang von 35 Prozent hinnehmen. Hier erscheint die Erweiterung des Angebots für Linux-Anwender als plausibler Ausweg aus der Abhängigkeit vom Betriebssystem-Lieferanten Microsoft.
Erstaunlich nur, dass speziell in Deutschland, dem Heimatland des auserkorenen Linux-Partners, eine andere Strategie bislang ganz erfolgreich für J. D. Edwards gelaufen ist: Hier hat es in zwei Jahren 70 Prozent Zuwachs gegeben, der auch den zahlreichen CRM-Neukunden zu verdanken ist. Hier versuchen die Amerikaner, sich mit der Ergänzung bestehender ERP-Systeme anderer Anbieter ins Gespräch zu bringen -- dabei dürfte der Kurswechsel zum neuen Betriebsssystem eher eine Nebenrolle spielen. Andererseits will Edwards nach eigenen Angaben [7] auch die eigenen Service-Angebote ausweiten. Da wiederum fällt die Kooperation mit dem Linux-freundlichen Partner IBM leichter als mit dem Konkurrenten Microsoft. (hps [8])
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[1] http://www.jdedwards.de
[2] http://www.suse.de
[3] http://www.redhat.com
[4] http://www-5.ibm.com/services/de/
[5] https://www.heise.de/news/Navision-Fuer-300-an-Microsoft-58166.html
[6] http://www.microsoft.de
[7] http://www.computerwoche.de/index.cfm?pageid=254&artid=37010
[8] mailto:hps@ct.de
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