Investorensuche bei Qimonda lÀuft auf Hochtouren
Sachsens Wirtschaftsminister erklÀrte, er teile nicht die Meinung des Bundeswirtschaftsministers, dass es sich bei Qimonda nicht um ein systemrelevantes Unternehmen handele.
Zweieinhalb Wochen vor dem Ende der Ăberlebensfrist fĂŒr den Halbleiterhersteller Qimonda [1] lĂ€uft die Suche nach Investoren auf Hochdruck. Ansonsten droht das Aus fĂŒr das Unternehmen mit allein rund 3000 BeschĂ€ftigten am Standort Dresden. "Mit Qimonda wĂŒrde eine Grundlagenindustrie verschwinden, die von strategischer Bedeutung fĂŒr Europa ist", sagte der Bezirksleiter der IG Metall [2] Berlin-Brandenburg-Sachsen, Olivier Höbel.
"Wir mĂŒssen die Technologie in Dresden und damit in Europa halten, wenn wir in der globalisierten Wirtschaft langfristig gut aufgestellt sein wollen", betonte Sachsens Wirtschaftsminister [3] Thomas Jurk (SPD) nach einem Treffen mit Bundeswirtschaftsminister [4] Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Er teile nicht zu Guttenbergs Meinung, dass es sich bei Qimonda nicht um ein systemrelevantes Unternehmen handele. "Wenn es der ZukunftsfĂ€higkeit des Mikroelektronik-Standortes Sachsen und damit Europa hilft, dann darf auch eine zeitweise staatliche Beteiligung an Qimonda kein Tabu sein."
Die IG Metall trete fĂŒr den Erhalt Qimondas und der ZukunftsfĂ€higkeit Europas ein, betonte Bezirksleiter Höbel. Die Gewerkschaft plĂ€diere unter anderem fĂŒr ein Beteiligungsmodell auf europĂ€ischer Ebene und erweiterte Mitbestimmung der Arbeitnehmer. Nur bis Monatsende werde Insolvenzgeld gezahlt, sagte der Sprecher von Insolvenzverwalter Michael JaffĂ©, Sebastian Brunner, auf Anfrage. Dann mĂŒsse unter Vollkosten produziert werden. Pro Monat wĂŒrden durch die Produktion Kosten im zweistelligen Millionenbereich verursacht.
Qimonda hatte im Januar Insolvenz angemeldet. Grund ist unter anderem der Preisverfall bei Speicherchips. Ein staatliches Rettungspaket, an dem sich auch der angeschlagene Mutterkonzern Infineon hatte beteiligen wollen, war zunĂ€chst gescheitert. Insgesamt arbeiten fĂŒr Qimonda weltweit rund 12 000 Mitarbeiter, davon rund 4600 in Dresden und MĂŒnchen.
Siehe dazu auch:
- Speicherpreise wieder auf Januar-Niveau [5]
- Taiwan schmiedet Speicherchip-Konglomerat [6]
- Mitarbeiter demonstrieren fĂŒr den Erhalt von Qimonda [7]
- Dem Chiphersteller Qimonda lÀuft die Zeit davon [8]
- Qimonda stellt Insolvenzantrag [9]
(dpa) / (jk [10])
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[1] http://www.qimonda.de
[2] http://www.igmetall.de
[3] http://www.smwa.sachsen.de/de/index_smwa.html
[4] http://www.bmwi.de/
[5] https://www.heise.de/news/Lycos-Europe-erstmals-mit-positivem-Ergebnis-74233.html
[6] https://www.heise.de/news/Taiwan-schmiedet-Speicherchip-Konglomerat-Update-205223.html
[7] https://www.heise.de/news/Mitarbeiter-demonstrieren-fuer-den-Erhalt-von-Qimonda-203797.html
[8] https://www.heise.de/news/Dem-Chiphersteller-Qimonda-laeuft-die-Zeit-davon-201006.html
[9] https://www.heise.de/news/Qimonda-stellt-Insolvenzantrag-Update-201423.html
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