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Internetzensur in China funktioniert offenbar effektiver als erwartet

Torge Löding

Die Zensur per Internet-Filter lÀuft in der Volksrepublik China offenbar effizienter als erwartet, lautet das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern der UniversitÀten von Harvard und Cambridge sowie Toronto.

Die Zensur per Internet-Filter lĂ€uft in der Volksrepublik China offenbar effizienter als erwartet. Laut einer Studie [1] von Wissenschaftlern der UniversitĂ€ten von Harvard und Cambridge (USA) sowie Toronto (Kanada) gelingt es den staatlichen Zensoren, das chinesischsprachige Internet weitgehend von unliebsamen Inhalten -- wie Berichten zum Taiwankonflikt -- frei zu halten. Um dieses Ziel zu erreichen, setzten die staatlichen Stellen neben den technischen Filtern bei Suchmaschinen auch auf gezielte Sperrung von ausgesuchten Websites. Auch die Überwachung in Internet-CafĂ©s sei Ă€ußerst weitgehend, heißt es.

Wer es schaffe, 100 Millionen [2] Internetnutzer unter Kontrolle zu halten, der mĂŒsse ĂŒber die technisch fortschrittlichsten Internetfilter der Welt verfĂŒgen, lautet die Schlussfolgerung der Experten. Sie Ă€ußern gleichzeitig die BefĂŒrchtung, dass andere LĂ€nder dem Vorbild Chinas nacheifern könnten.

Ein beliebtes Mittel der Zensoren ist auch weiterhin die Schließung von Internetcafes [3] sowie die politische Verfolgung [4] kritischer Stimmen. Die Organisation Reporter-ohne-Grenzen [5] macht sich unterdessen weiterhin fĂŒr den freien Informationsfluss [6] im globalen Netz stark. (tol [7])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-153107

Links in diesem Artikel:
[1] http://opennetinitiative.net/studies/china/ONI_China_Country_Study.pdf
[2] https://www.heise.de/news/Prognose-120-Millionen-Chinesen-bis-Ende-2005-online-140271.html
[3] https://www.heise.de/news/Mehr-als-12-000-Internet-Cafes-in-China-geschlossen-134697.html
[4] https://www.heise.de/news/Berufsverbot-fuer-Anwalt-von-Internet-Autoren-in-China-angedroht-139500.html
[5] http://www.reporter-ohne-grenzen.de/
[6] https://www.heise.de/news/Reporter-ohne-Grenzen-fordern-freien-Informationsfluss-im-Internet-135929.html
[7] mailto:tol@heise.de