Intels kommende Sechskerner zunächst mit Chipsatz-Aufguss
Intel Core i5-7500 aus der Generation Kaby Lake im LGA1151-Package
Intel hat es anscheinend eilig, AMDs Ryzens mit Core i7-8700K und Core i5-8600K zu kontern: Der Chipsatz Z370 unterscheidet sich kaum von Z270 und Z170.
Der Starttermin für Intels Core-i-Prozessoren der achten Generation "Coffee Lake" [1] rückt näher: Nach Informationen aus einem chinesischen Forum kommen Core i7-8700K, Core i5-8600K und vier weitere 8000er-Prozessoren noch vor Oktober auf den Markt. Sie stecken zwar in LGA1151-Gehäusen wie ihre Vorgänger Core i-7000 (Kaby Lake) und Core i-6000 (Skylake), benötigen aber trotzdem neue Mainboards, die wiederum mit Chipsätzen der Serie 300 [2] bestückt sind.
Doch auf die Chipsätze kommt es bei den neuen Mainboards weniger an, sondern vermutlich eher auf die Stromversorgung für die neuen Hexa-Cores. Denn der erste Chipsatz Z370, der zusammen mit den zuerst vorgestellten High-End-Versionen von Coffee Lake erscheinen soll, ist praktisch ein Z270 [3], der sich wiederum kaum vom Z170 unterscheidet. Das legen jedenfalls die technischen Informationen aus den veröffentlichten Präsentationsfolien nahe, die vermutlich aus einem nicht öffentlichen Treffen von Intel-Vertretern mit chinesischen Firmen im Mai stammen. Screenshots sind noch bei mydrivers.com zu finden [4].
"Echte" 300er erst 2018
Anfang 2018 – vielleicht auf der CES 2018 in Las Vegas – will Intel dann auch billigere Core-i-8000-Typen sowie vermutlich auch neue Celerons und Pentiums vorstellen und dann auch weitere Versionen der Serie-300-Chipsätze außer dem Z370 für Übertakter-Mainboards. Diese neuen 300er sind dann wirklich neu, sie sollen, wie schon länger spekuliert wird, Controller für USB 3.1 Gen 2 mit 10 GBit/s (SuperSpeed+) sowie WLAN enthalten [5] und auch einen programmierbaren Audio-Controller. Diese Serie-300-Versionen könnten beispielsweise H370, Q370 und B350 heißen.
Eigenschaften wie eingebautes WLAN – bei dem vermutlich ein externer Transceiver-Chip nötig sein wird – sind eher für Notebooks wichtig. Für die Serie-300-Chipsätze fällt auch der Codename Cannon Lake PCH (Platform Controller Hub). Das verweist auf die ebenfalls von Intel geplanten 10-nm-Prozessoren "Cannon Lake" [6], die ebenfalls Core i-8000 heißen, aber zunächst nur als U- und Y-Versionen für schlanke Geräte erwartet werden.
Weiter versucht Intel, mehr Hersteller zum Einbau von Thunderbolt-3-Chips zu bewegen. Dem aktuellen TB3-Controller Alpine Ridge soll 2018 der Titan Ridge folgen, der im Verbund mit einer zusätzlichen GPU auch DisplayPort 1.4 für 5K-Displays unterstützt. HDMI 2.0 soll auch bei Coffee Lake weiter per LSPCon-Chip [7] an einem DP-1.2-Ausgang angebunden werden. (ciw [8])
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[1] https://www.heise.de/news/Bericht-Intel-Sechskerner-Core-i7-8700K-mit-3-7-GHz-und-95-Watt-im-Anmarsch-3774526.html
[2] https://www.heise.de/news/Coffee-Lake-Intels-kommende-Sechskern-Prozessoren-brauchen-neue-Mainboards-3792658.html
[3] https://www.heise.de/news/Intel-Core-i7-7000-Kaby-Lake-fuer-Desktops-und-schnelle-Notebooks-3585658.html
[4] http://news.mydrivers.com/1/543/543048.htm
[5] https://www.heise.de/news/Bericht-Intel-Chipsaetze-zukuenftig-mit-WLAN-und-USB-3-1-Gen-2-3464664.html
[6] https://www.heise.de/news/Intel-zeigt-Tablet-Hybrid-mit-10-Nanometer-CPU-und-VR-Brillen-3589108.html
[7] https://www.heise.de/news/Intel-Core-i7-7000-Kaby-Lake-fuer-Desktops-und-schnelle-Notebooks-3585658.html
[8] mailto:ciw@ct.de
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