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Intels Gamer-Prozessor offiziell verfügbar

Christof Windeck

Für satte 925 US-Dollar will Intel ab sofort den Pentium 4 Extreme Edition, die Antwort auf den AMD Athlon 64 FX, verkaufen -- auch wegen der weiteren Komponenten werden Systeme mit der CPU sehr teuer.

Für satte 925 US-Dollar will Intel ab sofort den Pentium 4 Extreme Edition [1], die Antwort auf den AMD Athlon 64 FX [2], verkaufen. Die US-Firmen Gateway und Dell [3] haben bereits Highend-PCs mit dem neuen Intel-Boliden mit 3,2 GHz Taktfrequenz angekündigt, der im Unterschied zum "gewöhnlichen" Pentium 4 3,20 GHz einen 2 MByte großen Level-3-Cache bietet. Dieser zusätzliche Pufferspeicher beschleunigt zahlreiche Anwendungen, Intel zielt speziell auf 3D-Actionspiele. Weil dabei höhere Bildwiederholraten aber vor allem auch von der Leistung der Grafikkarte abhängen, werden Rechner mit dem Pentium 4 Extreme Edition in der Regel sehr teuer.

Außerdem sind auch ein belastbares Netzteil und vor allem gute Kühlung nötig, denn das Datenblatt [4] weist für den "Extremely-Expensive"-Prozessor eine Thermal Design Power (TDP, typische maximale Leistungsaufnahme) von 92,1 Watt aus, wobei die Oberfläche des Bauteils höchstens 64 Grad Celsius heiß werden darf.

Der hohe OEM-Einkaufspreis von 925 US-Dollar (gilt für 1000-Stück-Bestellungen) überrascht, allgemein war nach der Vorankündigung [5] des Pentium 4 Extreme Edition ein Preis auf dem Niveau des AMD Athlon 64 FX-51 [6] (733 US-Dollar [7]) erwartet worden. Für den um über 26 Prozent höheren Preis bietet der Intel-Prozessor zwar höhere Werte im synthetischen SPEC-CPU2000-Benchmark als der Athlon 64 FX-51 (Integer int_base2000: 1583 Punkte, Athlon 64 FX-51: 1376 Punkte [8], Gleitkomma fp_base2000: 1474 Punkte, Athlon 64 FX-51: 1329 Punkte [9], Angaben laut Intel beziehungsweise SPEC), aber bei 3D-Spiele-Benchmarks liegt der AMD-Chip oft vorne.

Für den Athlon 64 FX-51 nennt AMD übrigens eine Thermal Design Power von 89 Watt, trotz um genau 1 GHz geringerer Taktfrequenz benötigt diese CPU also unter Volllast lediglich 4 Watt weniger Leistung als das Intel-Topmodell. Die beim Athlon 64 (ohne "FX") vorgesehene Cool'n'Quiet-Stromspartechnik funktionert beim Athlon 64 FX nicht, weil die für diesen Prozessor nötigen Registered DIMMs dabei nicht mitspielen.

Der Athlon 64-FX kostet im deutschen Einzelhandel zurzeit zwischen 820 und 880 Euro, er benötigt relativ teure Registered DIMMs nach PC3200-Spezifikation (aus DDR400-Chips). Der Pentium 4 Extreme Edition soll laut Intel in vielen Mainboards mit i865PE- und i875P-Chipsatz laufen; es ist dabei ratsam, auf eine explizite Validierung und Freigabe des Mainboard-Herstellers zu achten. (ciw [10])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-87899

Links in diesem Artikel:
[1] http://developer.intel.com/design/pentium4/
[2] http://www.amd.com/us-en/Processors/ProductInformation/0,,30_118_9485_9488,00.html
[3] https://www.heise.de/news/Gateway-und-Dell-bieten-PCs-mit-Pentium-Extreme-87887.html
[4] http://developer.intel.com/design/pentium4/datashts/298643.htm
[5] https://www.heise.de/news/Pentium-Extreme-soll-AMD-die-Schau-stehlen-85731.html
[6] https://www.heise.de/news/AMD-startet-in-die-vierte-x86-Generation-85727.html
[7] https://www.heise.de/news/AMD-senkt-die-CPU-Preise-87469.html
[8] http://www.spec.org/cpu2000/results/res2003q3/cpu2000-20030908-02472.html
[9] http://www.spec.org/cpu2000/results/res2003q3/cpu2000-20030908-02473.html
[10] mailto:ciw@ct.de