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Intel und Google beteiligen sich an Sprints Wimax-Netz

Jürgen Kuri

An dem Joint-Venture, das US-weites Wimax-Netz für mobile Breitband-Funkverbindungen bauen soll, beteiligen sich neben dem weltgrößten Chiphersteller und dem Suchmaschinenprimus auch Betreiber von US-TV-Kabelnetzen.

Unter Führung des US-Mobilfunkanbieters Sprint Nextel [1] wollen amerikanische Kabelbetreiber und Technologiefirmen das erste landesweite Hochgeschwindigkeitsnetz für mobile Internetnutzung mit Wimax-Technik aufbauen. Nachdem bereits im März erste Hinweise auf eine Beteiligung von Comcast und Time Warner Cable [2] auftauchten, wurde nun bekannt, dass sich neben den beiden TV-Kabelnetzbetreibern an dem fast 15 Milliarden Dollar schweren Gemeinschaftsunternehmen auch Intel und Google beteiligen. Bei Wimax handelt es sich um einen Funkstandard für Breitbandverbindungen nach IEEE-802.16. Wimax soll drahtlos bis zu 70 MBit/s übertragen – und das bei einer Distanz von bis zu 50 km. In der Praxis sind jedoch wesentlich geringere Werte zu erwarten.

Mit der nun bekannt gegebenen Beteiligung der Kabelnetzbetreiber und Hightech-Größen bekommen die hochtrabenden Wimax-Pläne [3] von Sprint kräftige Anschubhilfe. Der Mobilfunker hatte bereits 2006 angekündigt, bis zu drei Milliarden US-Dollar in den Ausbau eines US-weiten Wimax-Netzes [4] zu investieren und war dafür eine Kooperation mit dem Startup Clearwire eingegangen. Erste Netze [5] sind zwar bereits unter der Marke Xohm [6] on air, Sprint geriet inzwischen allerdings in Schieflage [7] und wird mittlerweile bereits als Übernahmekandidat gehandelt, an dem die Deutsche Telekom interessiert [8] ist und der die erst vor knapp drei Jahren vollzogene Fusion von Sprint mit Nextel wieder in Frage stellt [9]. Die Wimax-Pläne wurden nach einer Prüfung [10] auf Eis gelegt [11] und sollen nun mit den neuen Partnern wiederbelebt werden.

Sprint besitzt an dem neuen Joint-Venture mit 51 Prozent eine knappe Mehrheit. Keimzelle ist das junge Mobilfunk-Unternehmen Clearwire, dessen Aktionäre künftig 27 Prozent halten. Die anderen Investoren wie Intel und Google steuern zusammen 3,2 Milliarden Dollar bei und bekommen dafür 22 Prozent der Anteile. (jk [12])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-206114

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.sprint.com/
[2] https://www.heise.de/news/US-Kabelriesen-wollen-Sprints-Wimax-Plaenen-neues-Leben-einhauchen-192790.html
[3] https://www.heise.de/news/Sprint-Nextel-und-Clearwire-kooperieren-bei-Wimax-153890.html
[4] https://www.heise.de/news/Sprint-Nextel-will-2008-in-19-US-Staedten-mit-Wimax-starten-162263.html
[5] https://www.heise.de/news/Sprint-Nextel-startet-mit-Wimax-Netz-in-Chicago-und-Baltimore-164370.html
[6] http://www.xohm.com/
[7] https://www.heise.de/news/Bericht-US-Carrier-Sprint-Nextel-plant-weitere-Entlassungen-178600.html
[8] https://www.heise.de/news/Telekom-prueft-uebernahme-von-US-Mobilfunker-Sprint-204847.html
[9] https://www.heise.de/news/Sprint-Nextel-erwaegt-Jahre-nach-Fusion-wieder-Aufspaltung-205787.html
[10] https://www.heise.de/news/US-Carrier-Sprint-Nextel-stellt-Wimax-Projekt-auf-den-Pruefstand-192729.html
[11] https://www.heise.de/news/US-Carrier-Sprint-Nextel-und-Clearwire-legen-Wimax-Kooperation-auf-Eis-193851.html
[12] mailto:jk@heise.de