Intel steckt weiter Geld in Rambus-Speicherchips
Intel hat mit Samsung ein Abkommen geschlossen, das eine ausreichende Versorgung mit gĂŒnstigen Rambus-Speicherchips sichern soll.
Intel hat mit Samsung [1] ein Abkommen geschlossen, das eine ausreichende Versorgung mit Rambus-Speicherchips fĂŒr den geplanten "Ramp" des Pentium 4 sichern soll [2]. Intel investiert eigenes Geld in Samsung-Anlagen, sodass der Hersteller mindestens 10 Millionen RDRAMs monatlich ohne eigene Investitionskosten liefern kann. Nach Angaben des US-Online-Dienstes Electronic Business News flieĂt das Kapital in die sĂŒndhaft teuren SpeichertestgerĂ€te [3] fĂŒr Rambus-Chips. Samsung habe mehr RDRAMs hergestellt als auf Grund der begrenzten TestkapazitĂ€t geliefert werden konnten. Man könne die GerĂ€te schnell beschaffen, da andere Chipfirmen entsprechende AuftrĂ€ge zurĂŒckgezogen hĂ€tten. In der Vergangenheit haben die DRAM-Hersteller als Grund fĂŒr die hohen Kosten von Rambus-Speicherchips vordringlich die Abschreibungen fĂŒr die Speichertester verantwortlich gemacht.
Intels Investition in Samsung ist nicht die erste ihrer Art. In den vergangenen Jahren hat Intel groĂe BetrĂ€ge auch in Micron [4] und Infineon [5] investiert, unter anderem mit dem Ziel, den RDRAM-AusstoĂ anzukurbeln und so die Preise zu senken. Micron stellt bis heute keine RDRAMs her, und Intel konnte die erworbenen Anteile sehr gewinnbringend wieder loswerden. Infineon hat zwar RDRAMs im Programm, liefert aber nicht besonders viele Chips und Module aus. Nach eigenen Angaben lieferte Samsung im Jahr 2000 80 Prozent aller RDRAMs; durch weitere Steigerung der Produktion auf 20 Millionen Chips monatlich will man in der zweiten HĂ€lfte trotz stĂ€rkerer Konkurrenz etwa 50 Prozent des weltweiten Bedarfs liefern können.
Laut Electronic Business News hÀtten andere Chipfirmen, darunter Elpida [6], Hyundai und NEC [7] Àhnliche Investitions-Angebote von Intel abgelehnt. Dies ist besonders angesichts der kriselnden Situation im Speichermarkt bemerkenswert. Ob das geringe Engagement von Infineon, Hyundai und Micron im Zusammenhang mit den juristischen Auseinandersetzungen mit Rambus [8] steht, ist nicht bekannt.
Samsung entwickelt auch neue, billigere RDRAM-Chips mit nur 4 internen BĂ€nken [9]. Laut Electronic Business News sagte der Intel-Manager Pete MacWilliams, dass Anfang nĂ€chten Jahres ein Pentium-4-Chipsatz auf den Markt kommen soll, der ein oder zwei Rambus-KanĂ€le fĂŒr die neuen Lowcost-RDRAMs unterstĂŒtzt. Nach Angaben von Samsung sind die aktuellen RDRAMs mit 32 internen SpeicherbĂ€nken fĂŒr Server und andere Highend-Anwendungen und weniger unter Kostengesichtspunkten entwickelt worden. (ciw [10])
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[1] http://www.samsungsemi.com/
[2] https://www.heise.de/news/IDF-Rabiater-Rambus-Ramp-Update-40319.html
[3] http://www.advantest.com/ProdServices/t5591.htm
[4] https://www.heise.de/news/Speicherschmiede-Rambus-hat-aerger-mit-Intel-31387.html
[5] https://www.heise.de/news/Intel-steigt-bei-Infineon-ein-16929.html
[6] https://www.heise.de/news/NEC-und-Hitachi-legen-Chip-Geschaeft-zusammen-Update-30479.html
[7] https://www.heise.de/news/NEC-setzt-auf-Rambus-Speicherchips-26607.html
[8] https://www.heise.de/news/Patente-der-Speicherschmiede-Rambus-umstritten-37723.html
[9] https://www.heise.de/news/Samsung-baut-billigere-Rambus-Speicherchips-32526.html
[10] mailto:ciw@ct.de
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