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Intel setzt voll auf Pentium 4 und 0,13-”m-Technik

Christof Windeck

Schon Ende nÀchsten Jahres oder spÀtestens Anfang des Jahres 2002 soll der Pentium-4-Chip genauso viel zum Intel-Umsatz beitragen wie der Pentium III.

Schon Ende nĂ€chsten Jahres oder spĂ€testens Anfang des Jahres 2002 soll der Pentium-4-Chip genauso viel zum Intel-Umsatz beitragen wie der Pentium III. Das sagte Paul Otellini, Chef der Intel Architecture Group, gestern wĂ€hrend einer öffentlichen Konferenz der Intel-GeschĂ€ftsfĂŒhrung.

Intel setzt damit voll auf einen Erfolg des Pentium 4. Mikroprozessoren sind nach wie vor das bei weitem wichtigste Umsatzstandbein des weltgrĂ¶ĂŸten Chipherstellers. Otellini erklĂ€rte die Marktstrategie und einige technische Details der Intel-Prozessoren.

Demnach soll der im bereits eingefĂŒhrten 0,18-”m-Prozess hergestellte Pentium 4 bis zu 2 GHz Taktfrequenz erreichen. Die Fertigung des Pentium III soll auf den 0,13-”m-Prozess umgestellt werden, zunĂ€chst werden weltweit acht Prozessorfabs entsprechend ausgerĂŒstet. Dabei erfolge gleichzeitig die Umstellung auf 300-mm-Wafer als Grundlage der Produktion.

An den Standorten New Mexico und Oregon sei man schon soweit, Prototypen des 0,13-”m-Pentium-III (Codename "Tualatin") seien bereits fertig. Vor der EinfĂŒhrung dieses neuen Pentium-III-Chips dĂŒrften jedoch zunĂ€chst Mobile-Prozessoren von der stromsparenden 0,13-”m-Technik profitieren. Im Zusammenhang mit der ErklĂ€rung dieses Prozesses sprach Mike Splinter, seit kurzem [1] Chef der Technology and Manufacturing Group, von 16-MBit-SRAMs. Das ist ein Hinweis auf 2 MByte große Caches – welcher Prozessor damit ausgestattet werden soll, verriet Splinter leider nicht.

Große WachstumsmĂ€rkte sieht Intel im Serverbereich und bei den Notebooks. Man erwartet, dass im Jahre 2005 ein Viertel aller verkauften PCs MobilgerĂ€te sind. Bei den Servern sieht man Wachstumsraten von 26 Prozent jĂ€hrlich. Das Teilsegment der unter 50.000 Mark teuren Server sei sogar um fast 50 Prozent gewachsen. Entsprechend hoch ist die Nachfrage nach Pentium-III-Xeon-Chips: Davon verkaufte man im Jahre 2000 80 Prozent mehr als in 1999.

Nach der öffentlichen Rambus-Verteufelung durch Intel-Chef Craig Barrett scheint der Damm gebrochen: Nachdem man bei Intel ĂŒber alle Pannen hinweg keine prinzipiellen Probleme mit dem Rambus-Speicherinterface eingestehen wollte, kann man den Eindruck gewinnen, dass Rambus jetzt an allen Intel-Pannen schuld sein soll. "Eine ganze Reihe unserer Misserfolge in diesem Jahr lĂ€sst sich mit RDRAM in Verbindung bringen" sagte Paul Otellini.

Er erwĂ€hnte den MTH-Bug sowie die Einstellung des Timna-Projekts. Im Zuge der Neuausrichtung der Produktpalette verfolge man das Ziel, dass sich Intel-Kunden wieder auf die Funktion und die VerfĂŒgbarkeit von Intel-Chips verlassen könnten.

Als besonders erfolgreich hob Otellini die ChipsĂ€tze i810 und i815 mit integrierter Grafik hervor. Besonders im letzten Quartal habe man den Umsatz dieser ChipsĂ€tze wesentlich gesteigert, sodass man jetzt wieder die gewohnte Marktposition habe und dadurch quasi nebenbei auch der weltweit fĂŒhrende Anbieter von PC-Grafikchips geworden sei. Insbesondere die taiwanischen Herstellerfirmen hĂ€tten den i815-Chipsatz sehr positiv aufgenommen.

Otellini erwÀhnte dabei nicht, was uns andere Quellen zugetragen haben: Es soll vom i815-Chipsatz bis zum Ende dieses Jahres eine Version i815EP erscheinen, die ohne integrierten Grafikchip und somit auch preiswerter geliefert wird. (ciw [2])


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https://www.heise.de/-34769

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Intel-dreht-das-Personalkarussell-29395.html
[2] mailto:ciw@ct.de