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Intel schließt Forschungszentrum in Südkorea

| Jürgen Kuri

Die südkoreanische Einrichtung von Intel, die Entwicklung und Forschung für Drahtlos-Techniken betrieben, fällt der anhaltenden Restrukturierung des Chipkonzerns zum Opfer.

Intel [1] treibt seine Restrukturierung, der rund 10 Prozent der Arbeitsplätze bei dem Weltmarktführer zum Opfer fallen, weiter voran. Neues Opfer ist das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Südkorea, das im Bereich von Anwendungen für das digitale Heim sowie Drahtlostechniken aktiv war.

Zuletzt bekam Intel im vergangenen dritten Quartal [2] die verschärfte Konkurrenz vor allem durch AMD und den Preisdruck zu spüren: Der Umsatz fiel im Jahresvergleich um 12 Prozent auf 8,74 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn sackte gar um 35 Prozent auf 1,3 Milliarden US-Dollar ab. Firmenchef Paul Otellini versucht, mit einem massiven Kostensparprogramm, das Restrukturierungen und Entlassungen beinhaltet, gegenzusteuern. Aber auch mit massiertem Umstieg auf Mehrkern-Architekturen [3] will Intel die Geschäfte wieder voranbringen.

Man wolle die Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen weiter konzentrieren, um größere Effektivität zu erzielen, erklärten Intel-Sprecher nun gegenüber US-Medien zur Schließung des südkoreanischen F&E-Büros in Bundang bei Seoul. Dies habe nichts mit dem südkoreanischen Markt oder Forschungsvorhaben in dem Land generell zu tun. Es werde auch nur eine kleine Zahl von Arbeitsplätzen gestrichen – genau Angaben über die Zahl der betroffenen Mitarbeiter machte Intel aber nicht. Allen Beschäftigten in dem F&E-Zentrum soll ein anderer Arbeitsplatz oder eine Abfindung angeboten werden.

Intel hat vor, in den nächsten Wochen und Monaten noch weiteren Arbeitsplatzabbau [4] zu verkünden. Insgesamt soll bis zur Mitte des Jahres die Anzahl der Beschäftigten 92.000 gesenkt werden; im zweiten Quartal 2006, als das Restrukturierungsprogramm begonnen [5] wurde, waren es noch 102.500. Dabei sind bei Intel aber nicht nur die normalen Beschäftigten betroffen: Mitte 2006 hatte der Konzern nicht nur 1000 Manager entlassen [6], sondern auch die Unternehmensführung durcheinander gewirbelt [7]. Ab 2008 soll das Programm Einsparungen von 3 Milliarden US-Dollar pro Jahr ermöglichen. (jk [8])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-131310

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.intel.com
[2] https://www.heise.de/news/Verschaerfte-Konkurrenz-macht-Intel-zu-schaffen-172926.html
[3] https://www.heise.de/news/IDF-Intel-wuchert-mit-Kern-Kompetenz-166018.html
[4] https://www.heise.de/news/Intel-spart-beim-Personal-157831.html
[5] https://www.heise.de/news/Intel-verordnet-sich-umfassendes-Restrukturierungsprogramm-120429.html
[6] https://www.heise.de/news/Intel-streicht-1000-Stellen-im-Management-141543.html
[7] https://www.heise.de/news/Intel-Chef-Otellini-sortiert-die-Fuehrungsmannschaft-um-143536.html
[8] mailto:jk@heise.de