Intel präsentiert Referenz-Smartphone mit ARM-Emulation
Lenovo ist der erste Partner für die neuen Smartphone-Plattform Medfield. Intel motzt sie um einen ARM-Emulator auf, um nahezu jede vorhandene Android-Software im Market abspielen zu können.
Die wohl bedeutendste Nachricht auf der Keynote zur CES von Intel-Chef Otellini war, dass Intels vorgestelltes Referenz-Smartphone mit Medfield-Prozessor [1] auch Android-Software für "fremde Instruktionssätze" ausführen kann, sprich also einen ARM-Emulator bietet. Damit soll dann praktisch jede bereits im Market verfügbare Android-Software laufen, insbesondere auch Angry Birds – wie schnell, das hat Otellini noch nicht verraten.
(Bild:Â Intel)
Der erste Partner, der ein Medfield-Smartphone herausbringen will, ist anders als spekuliert [2] nicht LG, sondern Lenovo. Das K800 mit 4,5-Zoll-Display (1280 × 720), so versprach Gastredner Liu Yun, Senior Vice President von Lenovo, soll im zweiten Quartal erhältlich sein – allerdings nur in China. Externe Displays steuert es drahtlos per WiDi an, was ein interessantes Alleinstellungsmerkmal der x86-Smartphones gegenüber denen mit ARM-Prozessor wäre, wenn es denn endlich mal mehr WiDi-Displays gäbe – immerhin drei WiDi-Receiver [3] führt Intel auf.
Weitere Details gab Yun zum Lenovo K800 aber auch nicht bekannt und so ging Intel stärker auf das eigene Smartphone-Referenz-Design ein. Das hat einen Atom Z2460 mit 1,6 GHz, läuft mit Android 4, besitzt eine 8-Megapixel-Kamera und eine Frontkamera, unterstützt HSPA+ mit 21 MBit/s, hält beim Telefonieren sechs Stunden und im Standby 14 Tage durch und kann – so ein Zeitraffer-Vergleich mit einem "andern Smartphone" offenbar von Samsung – mit 6 Stunden gut doppelt so lange wie jenes ein FullHD-Video abspielen. Musik kann man 45 Stunden lang hören. Von McAfee ist zudem eine Mobile Security Suite eingespielt – und wie eingangs erwähnt, kann es Android-Software für ARM abspielen.
Anfang 2010 ging die Partnerschaft mit einer anderen asiatischen Firma schief, da hatte der koreanische Hersteller LG ein Smartphone mit Intel-Moorestown [4] angekündigt, ist aber dann abgesprungen. Diesmal konnte Otellini einen zweiten Partner von Rang präsentieren, den von Google gekauften (die Zustimmung der EU steht allerdings noch aus [5]) Mobilfunkriesen Motorola Mobility. Doch CEO Sanjay Jha hatte im Unterschied zu Lenovo kein Produkt zum Vorführen, und so blieb es bei der Ankündigung einer strategischen Partnerschaft.
Ein weiteres Intel-Referenz-Design führte Otellini eher beifällig für Tablets mit "32-nm-Prozessor" für Windows 8 vor – da wurde überhaupt kein Partner benannt. Stattdessen wurden wie schon am Vortag [6] die Ultrabooks stark in den Mittelpunkt gerückt, doch eine Schummel-Demo [7] blieb dem Publikum diesmal erspart. (as [8])
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[1] https://www.heise.de/news/Intels-neue-Stromspar-Atoms-fuer-Netbooks-und-Smartphones-1401637.html
[2] https://www.heise.de/news/LG-outet-sich-als-Intels-Smartphone-Partner-1402525.html
[3] http://www.intel.com/content/www/us/en/architecture-and-technology/intel-wireless-display.html
[4] https://www.heise.de/news/Intel-zeigt-x86-Smartphone-899552.html
[5] https://www.heise.de/news/EU-Pruefung-des-Google-Motorola-Deals-zieht-sich-hin-1394076.html
[6] https://www.heise.de/news/Ultrabooks-bekommen-groessere-Displays-NFC-und-Spracherkennung-1406133.html
[7] https://www.heise.de/news/DirectX-11-mit-Ivy-Bridge-Intel-beim-Schummeln-erwischt-1407030.html
[8] mailto:as@ct.de
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