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Intel netzwerkt drahtlos

Jürgen Kuri

Intel stellte eine Produktreihe für Funk-LANs vor, die auf den Standards des HomeRF-Konsortiums aufbaut.

Intels Zusammenarbeit [1] mit Proxim, dem Spezialisten für Funk-LANs, trägt Früchte: Auf der Spring Internet World in Los Angeles stellte der Prozessorbäcker eine PC-Card und einen externen USB-Adapter für die drahtlose Vernetzung vor. Die so genannten AnyPoint-Geräte basieren auf der SWAP-Spezifikation (Shared Wireless Access Protocol) der HomeRF [2] Working Group (siehe dazu c't 6/99 über drahtlose Netze). Die Technik baut auf den IEEE-Standards für drahtlose Netze auf und arbeitet mit 2 MBit/s. Intel liefert vorerst allerdings keinen Access Point, mit dem die Reichweite eines Funknetzes vergrößert werden kann und ein Übergang in drahtgebundenes Ethernet möglich ist.

Auch die Zusammenarbeit mit vorhandenen Funk-LANs ist nicht gewährleistet: Zwar sind HomeRF und IEEE 802.11 verwandt, aber nicht miteinander austauschbar. Der Vorteil soll aber laut dem HomeRF-Konsortium darin bestehen, dass sich SWAP-Geräte billiger herstellen lassen als klassische Funk-LANs nach den IEEE-Standards – die haben aber inzwischen eine Datenrate von 11 MBit/s erreicht (IEEE 802.11b). Die ersten Produkte von Intel scheinen zumindest die Kosten-Argumentation der HomeRF-Gruppe zu stützen: In den USA kostet die PC-Card für Notebooks 129 US-Dollar, der externe USB-Adapter 119 US-Dollar. Wann und zu welchem Preis die Geräte in Deutschland auf den Markt kommen, war noch nicht in Erfahrung zu bringen. Laut Intel wird IBM das AnyPoint-Funknetz in den NetVista-PC [3] einbauen, der im Mai in den USA verfügbar sein soll.

Zusätzlich stellte Intel neue Geräte für die Vernetzung über schon installierte Telefonleitungen [4] vor. Die nach den Standards der Home Phoneline Networking Alliance (HomePNA [5]) arbeitenden Adapter beherrschen inzwischen eine Datenrate von 10 MBit/s. Sie sollen die vorhandenen [6] HomePNA-Produkte von Intel ergänzen, die noch auf eine Datenrate 1 MBit/s begrenzt sind. Die HomePNA-Technik wird bislang aber vor allem in den USA eingesetzt – in Europa dürften die wenigsten Haushalte mit einer Telefoninstallation ausgestattet sein, die den Einsatz der Geräte zulässt. (jk [7])


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https://www.heise.de/-25069

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Intel-baut-Funknetz-fuers-Heim-14917.html
[2] http://www.homerf.org
[3] https://www.heise.de/news/Klein-und-schwarz-der-Internet-PC-von-Big-Blue-21278.html
[4] https://www.heise.de/news/Telefonkabel-als-Heimnetzwerk-12981.html
[5] http://www.homepna.org/
[6] https://www.heise.de/news/Haushaltsnetze-auch-von-Intel-12622.html
[7] mailto:jk@heise.de