Intel kann nicht genügend Chipsätze liefern
Intel-Finanzchef Andy Bryant erläuterte gestern den Geschäftsverlauf des Chip-Weltmarktführers im aktuellen Quartal und meldete Lieferschwierigkeiten.
Die Geschäfte der weltgrößten Halbleiterfirma laufen sehr gut, könnten aber noch ein bisschen mehr Geld einbringen: Intel [1] kann die Nachfrage nach bestimmten Chipsätzen für Notebooks und Desktop-PCs nicht befriedigen. Das räumte Intel-Finanzchef Andy Bryant [2] gestern in einem Telefon-Interview mit Analysten ein, das als Webcast online verfügbar [3] ist.
Bryant grenzte die Umsatzerwartungen für das laufende dritte Quartal 2005, die ursprünglich zwischen 9,6 und 10,2 Milliarden US-Dollar lagen, auf eine Spanne von 9,8 und 10 Milliarden US-Dollar ein. Gleichzeitig teilte er mit, dass im Zusammenhang mit einer möglichen Rückübertragung von im Ausland erzielten Gewinnen damit zu rechnen sei, dass man etwa 250 Millionen US-Dollar mehr Steuern als geplant zahlen müsse und der Steuer-Anteil dann bei etwa 30,5 Prozent liegen werde.
Während diese Auskünfte wenig überraschten -- den eigentlichen Ausblick auf das am 30. September endende Quartal hatte Intel bereits am 19. Juli veröffentlicht -- gab es viele Rückfragen zu Lieferengpässen. Bryant gestand ein, dass Intel vor allem bei Notebook-Chipsätzen völlig ausgebucht sei. Auch bei Chipsätzen für preiswertere Desktop-PC-Rechner gebe es Lieferschwierigkeiten, weil man größere Fertigungskapazitäten für die teueren Chipsatz-Versionen reserviert habe. Die Frage, ob Mainboard- und PC-Hersteller nun verstärkt auf Konkurrenzprodukte ausweichen würden, wollte Andy Bryant nicht eindeutig beantworten; er gab allerdings zu, dass der Marktanteil der Konkurrenz bei den preiswerten Chipsätzen [4] höher liege als geplant.
Die aktuelle Liefersituation werde noch bis ins kommende Jahr hinein anhalten, erwartet Bryant. Als Gegenmaßnahme hatte Intel bereits im Juli angekündigt, mehr zu investieren: Ursprünglich waren für das Jahr 2005 Investitionen zwischen 5,4 und 5,8 Milliarden US-Dollar geplant, nun sollen es geschätzte 5,9 Milliarden (plus/minus 200 Millionen) werden. Auch bei Flash [5]-Speicherchips, wo Intel sich in einem harten Preiskampf unter anderem mit der AMD-Sparte Spansion [6] befindet, scheint es Engpässe zu geben -- angeblich läuft auch hier [7] der Umstieg auf die 90-nm-Fertigungstechnik nicht ganz so glatt wie geplant. (ciw [8])
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[1] http://www.intel.com/
[2] http://www.intel.com/pressroom/kits/bios/bryant.htm
[3] http://www.intel.com/intel/finance/BusinessUpdate.htm
[4] http://www.heise.de/glossar/entry/Chipsatz-399501.html
[5] http://www.heise.de/glossar/entry/Flash-Speicher-397321.html
[6] https://www.heise.de/news/AMD-Flash-Sparte-Spansion-laesst-bei-TSMC-fertigen-122607.html
[7] https://www.heise.de/news/ueberall-Verzoegerungen-bei-der-90-Nanometer-Chipfertigung-97567.html
[8] mailto:ciw@ct.de
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