zurück zum Artikel

Intel-Prozessoren: Kaby Lake unterstützt HDR-Videos in HEVC und VP9

Martin Fischer
HDR Bild

Echtes HDR sorgt für eine brillante Bildqualität.

Intels kommende Prozessorgeneration Kaby Lake wird HDR-Filme im HEVC- und VP9-Format wiedergeben; manche Grafikkarten können das schon jetzt.

Die Nachfolger der aktuellen Skylake-Prozessorgeneration von Intel hören auf den Codenamen Kaby Lake; erste Varianten für Notebooks könnten schon im Herbst erscheinen. Die Videoeinheit ihrer integrierten GPUs unterstützt erstmals auch das Dekodieren und Kodieren von Filmen im HEVC-Format mit 10 Bit Farbtiefe. Dies geht aus der Dokumentation zum aktualisierten Intel Media SDK 2016 R2 [1] hervor, das erstmals diese siebte Generation der Intel-Core-Prozessoren unterstützt. Weitere Neuerungen finden sich im zugehörigen Blogbeitrag [2].

Die Hardware-Einheit für 10-Bit-HEVC ist etwa zur Wiedergabe von Filmen mit erhöhtem dynamischen Kontrast (High Dynamic Range/HDR) nötig, die man bereits von Videoportalen wie Amazon Prime und Netflix streamen kann.

HDR-10 ermöglicht 1024 Helligkeitsabstufungen pro Farbkanal, normale 8-Bit-Inhalte lediglich 256. Außer der HDR-fähigen Grafikeinheit braucht man auch einen HDR-fähigen Fernseher oder Computermonitor. Letztere sind noch nicht erhältlich.

Bis August will Netflix Videomaterial in HDR-Qualität mit einer Länge insgesamt über 100 Stunden anbieten, bis Ende des Jahres sollen weitere 150 Stunden HDR-Filme [3] hinzukommen.

Die Videoeinheit der Kaby-Lake-Prozessoren dekodiert außerdem das besonders auf Youtube populäre VP9-Videoformat, ebenfalls mit 8 und 10 Bit pro Farbkomponente.

Das Kodieren von VP9-Videos unterstützt die GPU allerdings nicht. Das müssen die langsameren Prozessorkerne erledigen. Das aktualisierte Media SDK [4] enthält außerdem diverse Videobeschleunigungs-Optimierungen und bietet neue Kodierfunktionen für Videokonferenz- und Cloud-Gaming-Anwendungen. Zudem unterstützt es die Preview-Version von Windows 10 Redstone. Das Windows 10 Anniversary Update erscheint vermutlich am 29. Juli.

Derzeit beherrschen lediglich die aktuellen Nvidia-Grafikkarten GeForce GTX 1070 und GTX 1080 [5] die Ausgabe von HDR-Filmen mit 10 und auch 12 Bit Farbtiefe. Auch künftige Nvidia-Grafikkarten sind kompatibel, sofern sie einen Grafikchip der Pascal-Generation enthalten. Damit dürften sie auch das HDR-Format Dolby Vision [6] unterstützen, das 4096 Helligkeitsstufen (12 Bit) unterscheidet.

AMD wird am 29. Juni die Radeon RX480 [7] als erste HDR-fähige Radeon-Grafikkarte [8] vorstellen. Sie kostet weniger als 250 Euro und ist wie die GeForce GTX 1070 und 1080 vermutlich auch schon kompatibel zum PlayReady-3.0/SL3000-Kopierschutzstandard [9], der zur Wiedergabe von Netflix-4K-Filmen unter Windows 10 notwendig ist. (mfi [10])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-3234257

Links in diesem Artikel:
[1] https://software.intel.com/en-us/media-sdk
[2] https://software.intel.com/en-us/articles/whats-new-in-intel-media-sdk-r2
[3] https://www.heise.de/news/Netflix-Ueber-100-Stunden-4K-Video-mit-erhoehtem-Kontrast-bis-August-3178175.html
[4] https://software.intel.com/en-us/articles/whats-new-in-intel-media-sdk-r2
[5] https://www.heise.de/news/Grafikkarte-Nvidia-GeForce-GTX-1070-Schnell-teuer-und-mit-Hardware-DRM-3222404.html
[6] https://www.heise.de/news/Netflix-Kein-Schnellschuss-bei-4K-Videos-mit-erhoehtem-Kontrast-2811182.html
[7] https://www.heise.de/news/AMD-Erste-Details-zur-Polaris-Grafikkarte-Radeon-RX-480-3223783.html
[8] https://www.heise.de/news/AMD-Radeon-2016-Spitzengrafik-durch-echtes-HDR-DisplayPort-1-3-und-HDMI-2-0a-3035100.html
[9] https://www.heise.de/news/Grafikkarte-Nvidia-GeForce-GTX-1070-Schnell-teuer-und-mit-Hardware-DRM-3222404.html
[10] mailto:mfi@heise.de