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Infomatec AG vorerst gerettet

Michael Kurzidim

In letzter Sekunde gelang es dem Augsburger Unternehmen, einen neuen "Designated Sponsor" zu verpflichten. Aber das Zittern geht weiter.

Knapp an der Katastrophe vorbei geschliddert ist die Infomatec AG [1] aus Augsburg. Das Unternehmen geriet wegen falscher Erfolgsmeldungen [2] in den letzten Monaten in die Schlagzeilen, die den Kurs der Aktie kurzzeitig beflĂŒgelten. Ende August musste Infomatec dann Farbe bekennen und seine Umsatzerwartungen fĂŒr das laufende Jahr um die HĂ€lfte nach unten [3] korrigieren. Das Wertpapier der Firma geriet ins Trudeln.

Ausserdem schwebt ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren [4] wegen des Verdachts auf InsidergeschĂ€fte wie ein Damoklesschwert ĂŒber dem Unternehmen. Unter anderem wird dem Vorstand selbst vorgeworfen, durch gefĂ€lschte Adhoc-Meldungen den Kurs der Aktie bewußt kurzzeitig in die Höhe getrieben zu haben, um eigene Papiere gewinnbringender verkaufen zu können. Beide "Designated Sponsors", die WestLB und Sal. Oppenheim, traten daraufhin zurĂŒck. Ohne "Designated Sponsor" aber, die das Reglement des Neuen Marktes vorschreibt, droht der Abstieg in den weniger attraktiven Geregelten Markt.

In letzter Sekunde gelang es Infomatec gestern, Lang & Schwarz Financial Services als Betreuer zu verpflichten, und dadurch eine FristverlÀngerung zu erwirken. Das Zittern um die Zugehörigkeit zum Neuen Markt hat aber noch kein Ende: Bis nÀchsten Mittwoch hat das Unternehmen Zeit, einen zweiten "Designated Sponsor" zu finden. (ku)


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https://www.heise.de/-33831

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.infomatec.de/
[2] https://www.heise.de/news/Infomatec-AG-verbreitete-falsche-Erfolgsmeldung-28061.html
[3] https://www.heise.de/news/Infomatec-halbiert-Umsatzerwartungen-30585.html
[4] https://www.heise.de/news/Staatsanwalt-ermittelt-gegen-Infomatec-32941.html