Individualsport: Nissan GT-R Egoist
Der Nissan GT-R spricht Kunden an, die sich vom doppelten Preis nicht abschrecken lassen. Dafür gibt es mehr Leistung, bestes Leder in 84 Farbkombinationen und japanische Malkunst auf dem Lenkrad-Emblem
Brühl, 8. Februar 2011 – Der Nissan GT-R macht zwar viel Spaß, ist aber im deutschen Markt ein Exot geblieben. Ganze 107 Exemplare wurden im Jahr 2010 zugelassen. Nun bringt Nissan ein Sondermodell mit dem etwas irritierenden Zusatz "Egoist" auf den Markt. Die unbescheidene Bezeichnung soll wohl darauf hindeuten, dass der nur auf Bestellung gelieferte GT-R Egoist gewissermaßen für seinen zukünftigen Besitzer maßgeschneidert wird.
Nur 3,046 Sekunden
Technische Grundlage für das Fahrzeug ist die 2011er-Version des GT-R, die aus dem doppelt aufgeladenen 3,8-Liter-Sechszylinder 530 PS und ein maximales Drehmoment von 612 Nm holt. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 315 km/h, in exakt 3,046 Sekunden soll der Flitzer von null auf 100 km/h sprinten. Wir sind sicher, dass ein solcher Wert nur rein zufällig reproduzierbar ist – aber lassen wir ihnen den Spaß, knapp über drei Sekunden sind allemal eine druckvolle Angelegenheit. Das Sondermodell erhält zudem eine modifizierte Radaufhängung für mehr Fahrkomfort, eine "optimierte Elektronik" für noch bessere Regelung im Highspeed-Bereich, stärker dimensionierte Bremsen und neue Dunlop-Reifen.
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Leder von friedlich grasenden Rindern
Das Cockpit des Egoist wird komplett mit Leder des deutschen Spezialisten Seton ausgeschlagen. Und jetzt aufgepasst, Tierfreunde: "Seton zieht nur eine Rasse von Rindern auf, die über eine Zeitspanne von 18 Monaten auf überwachten Weiden in Bayern grasen. Hochwertiges Futter und Zäune ohne Stacheldraht stellen sicher, dass die Lederhäute frei von Rissen und Insektenbissen bleiben." Das Leder umspannt selbst Details wie die Gurtschlösser, die A- und B-Säulen sowie die Einfassung der Mittelkonsole und die Innenseiten der Getränkehalter. Der egoistische Kunde darf unter 20 verschieden eingefärbten Ledersorten wählen, die unterschiedlich zusammengestellt werden können. Laut Nissan gibt es 84 Farbkombinationen, ergänzt durch ein wildlederartiges Material für den Dachhimmel, die Sonnenblenden, die hintere Gepäckablage und die unteren Türverkleidungen.
Bereits bei der Bestellung nimmt der Nissan-Händler dem Käufer die Körpermaße ab. Die Körpergröße, die Beinlänge und der bevorzugte Neigungswinkel der Sitzlehne werden ins Werk übermittelt, um daraufhin eine optimale Platzierung vornehmen zu können – nicht etwa des Fahrers, sondern der Lautsprecher der Bose-Musikanlage.
Die Kunst des Kuboto-San
Ein nettes Detail ist das Lenkrademblem, welches in Handarbeit entsteht. Der GT-R-Besitzer darf sich über eine Plakette freuen, die in der historischen Makie-Methode gefertigt wird, die zur japanischen Lackkunst Urushi gehört, nur noch in der Präfektur Ishikawa gelehrt wird und die ausschließlich staatlich zertifizierte Handwerker ausüben. Und es kommt noch besser: Die Plakette bemalt nur Kuboto-san aus der Goshikiya-Werkstatt höchstselbst – er trägt in drei Tagen die verschiedenen Farbschichten auf, die für einen Glanz und eine Tiefe sorgen sollen, die laut Nissan weder mit Schellackpolitur noch mit modernen Kunstharzlacken erreicht werden können.
Die Kunst des Kassierens
Wenn der Kunde mit so viel Liebe individuell versorgt wird, will natürlich auch Nissan nicht hintan stehen: Der GT-R soll rund 180.000 Euro kosten, doppelt so viel wie das Serienmodell. Das Schlusswort überlassen wir Simon Thomas, Senior Vice President, Verkauf & Marketing: " Das Auto wird wohlhabende Kunden ansprechen. Kunden, die sich an den schönen Dingen des Lebens erfreuen, ohne aber damit protzen zu wollen. Der GT-R Egoist ist sehr exklusiv und wird eine sehr seltene Erscheinung bleiben. Doch seine vielleicht sympathischste Eigenschaft ist das sehr diskrete Auftreten". (imp)
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