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In Hochform

Martin Franz

Mit dem Insignia Country Tourer will Opel in der kleinen Nische der höhergelegten Kombis im Offroad-Look mitmischen. Ein richtiger Geländegänger ist auch dieses Modell nicht, was wohl nur die wenigsten Interessenten vom Kauf abhalten wird

Rüsselsheim, 4. Juli 2013 – Als die ersten höhergelegten Kombis der Neuzeit Ende der 1990er-Jahre auf den Markt kamen, wurden sie vielfach belächelt: Zu was, bitte sehr, sollte so ein Modell gut sein? Ihre Talente im Gelände waren eher überschaubar, auf der Straße stellten sie durch ihren höheren Schwerpunkt keine neuen Rekorde in Dynamik und Verbrauch auf. Dennoch müssen sich Volvo V70 Cross Country und Audi allroad quattro so gut verkauft haben, dass sich immer mehr Hersteller gute Geschäfte in dieser Nische versprechen. Ab Herbst will auch Opel mitmischen und stellt einen Insignia Country Tourer im Offroad-Look vor.

Von den Modellen „in Zivil“ unterscheidet sich der Country Tourer durch jeweils einen angedeuteten Unterschutz vorne und hinten, eine um 20 Millimeter erhöhte Bodenfreiheit sowie eine Plastik-Beplankung rundum. Der Käufer hat die Wahl zwischen drei Turbomotoren: zwei Diesel mit 163 oder 195 PS oder ein Zweiliter-Benziner mit 250 PS. Der starke Diesel wird vorerst nur mit Automatik angeboten, bei den anderen Maschinen muss der Kunde dafür zuzahlen.

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Bei allen ist das adaptive Fahrwerkssystem „FlexRide“ serienmäßig. Natürlich hat Opel hier keinen echten Geländegänger ins Programm genommen – die Kompromisse, die dafür im Alltag nötig wären, würde wohl kaum ein Kunde goutieren. Schon die Räder setzen dem Vorankommen auf heiklen Wegen gleich zweifach enge Grenzen. Die serienmäßigen Alufelgen, je nach Motor 18- oder 19-Zoll riesig, sind für einen Ritt über heftige Verwerfungen viel zu empfindlich. Die Niederquerschnittsreifen sind schon auf schlechten Wegen verletzungsgefährdet wegen ihrer viel zu geringen Flankenhöhe. Dazu kommt, dass Reifen, die auch bei mehr als 200 km/h noch Sicherheitsreserven haben und gleichzeitig ein grobes Profil für eine gute Traktion im Gelände haben, aus guten Gründen noch nicht erfunden sind. Ein elektronisch geregelter Allradantrieb mit Haldex-Kupplung soll die Kräfte blitzschnell verteilen, verspricht Opel. Die meisten Kunden werden den Traktions-Vorteil wohl vor allem im Winter auf rutschigen Straßen wahrnehmen.

Wie viel der Insignia Country Tourer kosten wird, will Opel erst zur IAA im September 2013 verraten. Ein Insignia Sports Tourer mit dem 163-PS-Diesel und Allradantrieb kostet in der Ausstattung „Business Edition“ derzeit 33.580 Euro, der Einstiegspreis der Country-Version wird wahrscheinlich bei rund 36.000 Euro liegen. Bei der deutschen Konkurrenz startet der VW Passat Alltrack 2.0 TDI mit 140 PS bei 37.150 Euro, der Audi A4 2.0 TDI allroad quattro mit 150 PS bei 38.000 Euro. (mfz [3])


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