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Immer mehr Frauen starten MINT-StudiengÀnge

Stefan Krempl
Studenten im Hörsaal

Seit 2008 ist die Zahl der StudienanfĂ€ngerinnen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik (MINT) insgesamt um gut 70 Prozent auf ĂŒber 100.000 gestiegen, meldet eine Initiative fĂŒr Frauen in MINT-Berufen.

Technisch-naturwissenschaftlichen StudiengĂ€nge sind bei Frauen beliebter geworden. JĂŒngere StudienanfĂ€ngerinnen wĂ€hlen hĂ€ufiger ein Studium in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik (MINT) als noch vor einigen Jahren, berichtet [1] die GeschĂ€ftsstelle des Nationalen Pakts fĂŒr Frauen in MINT-Berufen unter Berufung auf aktuelle Daten des Statistischen Bundesamts und eigene Berechnungen. So sei der Anteil der neuen HochschĂŒlerinnen in einschlĂ€gigen FĂ€chern mit 26 Prozent grĂ¶ĂŸer als der Anteil an bestehenden MINT-Studentinnen in höheren Semestern mit 23 Prozent.

Spitzenreiter der weiblichen Studienplatzwahl sind laut der Initiative zwar nach wie vor Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, wofĂŒr sich 33 Prozent der Frauen im Erstsemester entschieden. ZuwĂ€chse gebe es dort aber nicht mehr.

Insgesamt spricht die Aktion "Komm, mach MINT [2]" von einem "stabilen ĂŒberdurchschnittlichen Anstieg" von StudienanfĂ€ngerinnen in techniknahen Disziplinen seit zwei Jahren. Insgesamt sei die Zahl der Einsteigerinnen in MINT-StudienfĂ€cher seit 2008 von fast 60.000 auf ĂŒber 100.000 nach oben geklettert. Damit sei von allen Studierenden in einschlĂ€gigen Bereichen fast ein Drittel Frauen.

Im Einzelnen ist der Anteil von StudienanfĂ€ngerinnen in der Elektrotechnik zwischen 2008 und 2013 von 9,7 auf 13,5 Prozent beziehungsweise 3700 Beginnerinnen angewachsen. Ähnlich aber auf höherem Niveau habe die Informatik zugelegt mit einer Steigerung des StudienanfĂ€ngerinnenanteils von 18,6 auf 22,7 Prozent im fĂŒnfjĂ€hrigen Untersuchungszeitraum. Mit 13.000 StudienanfĂ€ngerinnen im vergangenen Jahr bedeutet dies ebenfalls eine Steigerung von mehr als 100 Prozent gegenĂŒber 2008.

Die "vielfĂ€ltigen" GrĂŒnde fĂŒr die Entwicklung mĂŒssen nach Ansicht der Initiative noch im Einzelnen analysiert werden, um mit passgenaueren Mitteln die AttraktivitĂ€t von MINT-StudiengĂ€ngen fĂŒr Frauen noch anheben zu können. Der kontinuierliche Wandel schlage sich derweil auch in den Absolventinnen-Zahlen nieder. So hĂ€tten 2013 mit rund 17.000 AbgĂ€ngerinnen ĂŒber 50 Prozent mehr MINT-Vertreterinnen als 2008 ihr Studium abgeschlossen. Der Frauenanteil bei den unter 35-jĂ€hrigen MINT-Akademikern sei ferner seit 2000 von 22,4 auf 24,9 Prozent 2012 angestiegen. Damit liege er in dieser Altersgruppe um mehr als zehn Prozentpunkte höher als bei den Personen ab 55 Jahren.

Einen weniger positiven Trend hat die aktuelle International Computer and Information Literacy Study (ICILS) ausgemacht [3]. Von im Umfeld der Studie befragten SchĂŒlern, die eine ungefĂ€hre Vorstellung von TĂ€tigkeiten in der Computer- und IT-Branche hatten, bekundeten rund sechs Prozent ihr Interesse, spĂ€ter einen solchen Beruf ausĂŒben zu wollen. Bei den SchĂŒlerinnen waren es weniger als 0,5 Prozent. Die GeschĂ€ftsstelle des Nationalen Pakts hĂ€lt denn auch langfristig angelegte Orientierungsmaßnahmen fĂŒr nötig, die schon SchĂŒlerinnen ĂŒber MINT-Perspektiven praxisnah informieren. (jk [4])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-2462558

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.komm-mach-mint.de/Presse/Pressemitteilungen/PM-MINT-Studieng%20aenge-Frauen-beliebter%20
[2] http://www.komm-mach-mint.de/
[3] https://www.heise.de/news/Deutsche-Schulen-Bei-Computerkompetenz-nur-Mittelmass-2462115.html
[4] mailto:jk@heise.de