Im Test: Nissan Qashqai 1.6 dCi

Der aktuelle Bestseller der Marke Nissan ist der Qashqai, und das mit weitem Abstand. Wir waren mit dem gerade überarbeiteten SUV in der aktuell motorisch maximalen Ausbaustufe unterwegs: Dem 1,6-Liter-Diesel mit 130 PS

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Nissan Qashqai

(Bild: Florian Pillau)

Lesezeit: 6 Min.
Inhaltsverzeichnis

Wie sehr sich die Zeiten in automobiler Hinsicht geändert haben, wird bei der Modeerscheinung SUV ganz besonders deutlich. Eine Firma wie Nissan war in den 1990er-Jahren vor allem im Bereich Kleinwagen bis Mittelklasse erfolgreich. Der Micra hält sich aktuell noch im Mittelfeld seiner Klasse, den gar nicht mal so üblen Pulsar hat hierzulande kaum ein Autokäufer auf dem Zettel, aus der einst mit dem Primera so erfolgreich besetzten Mittelklasse hat sich Nissan gleich ganz verabschiedet. Der aktuelle Bestseller der Marke ist der Qashqai, und das mit weitem Abstand. Wir waren mit dem SUV in der aktuell motorisch maximalen Ausbaustufe unterwegs: Dem 1,6-Liter-Diesel mit 130 PS.

Mit rund 4,4 Metern ist der Qashqai so lang wie die wichtigsten Konkurrenten. Skoda Karoq, VW Tiguan, Renault Kadjar, BMW X1, Volvo XC40 gehören zu den typischen Vertretern dieser Klasse. Sie alle eint, dass sie spürbar mehr Platz bieten als in der Golf-Klasse üblich ist, was sowohl das Raumangebot für die Passagiere wie auch das Kofferraumvolumen betrifft. Im Qashqai passen in das Gepäckabteil immerhin 430 Liter – einige bieten sogar noch deutlich mehr. Dennoch ist auch dem Nissan zu bescheinigen, dass er ein sehr gutes Verhältnis zwischen äußeren Abmessungen und innerem Platzangebot bietet. Erst wenn große Menschen hintereinander sitzen wollen oder müssen, wird es eng. Gefallen haben mir die gut zugänglichen ISOfix-Haken – das löst beispielsweise Honda im Civic bedeutend schlechter.

Im Test: Nissan Qashqai 1.6 dCi (29 Bilder)

Die aktuelle Generation des Nissan Qashqai ist seit 2013 auf dem Markt. Im Frühjahr 2017 wurde auf dem Genfer Autosalon eine leicht überarbeitete Fassung vorgestellt. Wir waren mit dem SUV unterwegs.
(Bild: Florian Pillau)

Das Armaturenbrett ist konventionell gestaltet, was durchaus Vorteile hat. Größere Rätsel in der Bedienung gibt es nicht, selbst das Navigationssystem ist sehr einfach zu bedienen. Das liegt einerseits sicher auch daran, dass es nicht allzu viele Funktionen gibt. Andererseits verzichtet Nissan auf den modischen Quatsch, alles in Untermenüs zu verstecken, um möglichst ganz auf Tasten zu verzichten. So kann man hier beispielsweise mit einem Knopfdruck zwischen Tag- und Nachtdarstellung wählen, falls man anderer Ansicht als die Automatik ist. Die ersten drei Jahre gibt es kostenlose Kartenaktualisierung. Da diese einmal im Jahr erscheinen und Nissan Neuwagen hoffentlich aktuell ausliefert, bekommt der Kunde also zwei Updates, die dann beim Händler aufgespielt werden. Verkehrsdaten gibt es leider nicht in Echtzeit.

Ganz ohne Schrullen kommt aber auch der Qashqai nicht aus. In den zwei Drehreglern der Klimaautomatik gibt es Leuchtdioden. Die linke zeigt an, dass der Automatikbetrieb aktiviert ist. Die rechte signalisiert den Dualbetrieb, also die gleichzeitige Verstellung der Temperatur links und rechts, was dann auch im Display steht. Allerdings heißt dann „Anzeige im Display“ und „leuchtende Diode im Drehregler“, dass die Dualfunktion ausgeschaltet ist.

Schade auch, dass man den Tempomat bei jeder Fahrt wieder neu aktivieren muss. Keine rechte Freude macht auch die Musikabteilung. Nissan bietet zwei Systeme an, wobei es das aufwendigere von Bose nur in den beiden teuersten Ausstattungslinien gibt. Im Testwagen war das serienmäßige System eingebaut, das tonal nur Grundbedürfnisse abdeckt.

Den 130-PS-Diesel zu empfehlen, fällt schwer, obwohl er in vielerlei Hinsicht ziemlich überzeugend ist. Einmal warm, überzeugt die Laufkultur, was auch an der guten Dämmung liegt. Der Qashqai mag in dieser Disziplin keine neuen Rekorde aufstellen, doch insgesamt drängt sich der Antrieb akustisch nicht auf – was ihn mir schon mal sympathisch macht. Dazu kommt ein kräftiger Antritt. Einige Mitfahrer waren überrascht, wie kräftig der Motor mit seinen 130 PS und 320 Nm wirkt. Mag sein, dass der Schwung oberhalb von 160 km/h etwas nachlässt, angesichts dessen, wie er bis dahin beschleunigt, sei ihm das verziehen. Mehr Leistung haben nicht einmal jene in der Redaktion gefordert, die immer in Eile sind.

Dazu kommt ein angemessener Verbrauch, wenngleich er nicht ganz so niedrig lag, wie es der Bordcomputer suggerierte. Im Schnitt kamen wir auf 5,8 Liter, womit wir unterhalb dessen lagen, was auf Spritmonitor mit diesem Motor erreicht wird. Unser Testwagen wurde hauptsächlich auf Landstraßen bewegt, dort allerdings durchaus auch zügig. Nissan verspricht im NEFZ 4,4 Liter.

Moment: Der Nissan Qashqai mit dem 130-PS-Diesel ist also kultiviert, kräftig und nicht zu durstig – und trotzdem fällt eine Empfehlung schwer? Ja, denn er bekommt nur einen Speicherkat zur Reduzierung von Stickoxiden mit auf den Weg. Das muss nicht zwangsläufig schlechter als ein SCR-Kat mit Adblue-Einspritzung sein, doch die Praxis zeigt, dass es meistens eben doch so ist. Im ADAC-Test fiel der Qashqai genau in diesem Punkt negativ auf. Die Umstellung auf einen SCR-Kat ist derzeit nicht geplant, wie Nissan auf Nachfrage mitteilt.

Auch finanziell ist der Schritt zum sympathischen Diesel ein großer. Nissan bietet den 1,6-Liter-Diesel in drei Antriebskonfiguartionen: Mit Frontantrieb hat der Kunde die Wahl zwischen einem Sechsgangschaltgetriebe und einem stufenlosen Automatikgetriebe. Wer den Qashqai mit Allradantrieb haben will, bekommt diesen nur mit Schaltgetriebe in dem von uns gefahrenen 130-PS-Diesel. Dann ist man aber auch mindestens 30.600 Euro los. Wer den sehr üppigen Umfang der „Tekna+“-Version haben will, muss dann 38.300 Euro investieren.

Wer auf etwas Temperament und den Allradantrieb verzichten kann, bekommt den Qashqai mit dem gewiss nicht zu schwächlichen 115-PS-Benziner in der sinnvollen Acenta-Ausstattung ab 24.700 Euro. Zum Vergleich: Der flottere 130-PS-Diesel kostet mindestens 28.600 Euro. Leider koppelt Nissan eine Reihe von Extras an die jeweilige Ausstattungslinie. Gerade für die Basis-Variante gibt es kaum eine Möglichkeit, die serienmäßige Ausstattung etwas aufzupäppeln. Das ist in mindestens einem Fall sehr schade, denn das serienmäßige Halogenlicht wirkt nur wenig erhellend. Hier sollte der Leser aber nachsichtig sein – mit dem Tester. Wer ständig mit Autos unterwegs ist, die auch in dieser Hinsicht meist voll ausgestattet sind, gewöhnt sich an den Tag in der Nacht sehr viel schneller als zurück.

Die Kosten für Überführung des Testwagens hat Nissan übernommen, jene für Kraftstoff der Autor.

Motorart Diesel
Zylinder 4
Ventile pro Zylinder 4
Hubraum in ccm 1598
Leistung in PS 130
Leistung in kW 96
bei U/min 4000
Drehmoment in Nm 320
bei U/min 1750
Antrieb Frontantrieb
Gänge 6
Getriebe Schaltgetriebe
Spurweite vorn in mm 1560
Spurweite hinten in mm 1560
Radaufhängung vorn Einzelradaufhängung an McPherson-Federbeinen und Hilfsrahmen
Radaufhängung hinten Verbundlenkerachse
Bremsen vorn Scheiben
Bremsen hinten Scheiben
Wendekreis in m 10,72
Räder, Reifen vorn 7J x 18; 215/55 R18
Räder, Reifen hinten 7J x 18; 215/55 R18
Länge in mm 4394
Breite in mm 1806
Höhe in mm 1590
Radstand in mm 2646
Leergewicht in kg nach EU inklusive 68 kg Fahrer und 7 kg Gepäck 1445
Kofferraumvolumen in Liter 430
Maximales Kofferraumvolumen in Liter 1585
Anhängelast, gebremst in kg 1800
Tankinhalt in Liter 55
Höchstgeschwindigkeit in km/h 190
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 9,9
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 4,4
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 5,1
EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 4,1
Testverbrauch Minimum in Liter/100 km 5,2
Testverbrauch Gesamt in Liter/100 km 5,8
Schadstoffklasse Euro 6
Service-Intervalle alle 30.000 km
Modell Nissan Qashqai 1.6 dCi
Bohrung x Hub in mm 80 x 79,5
Schluesselnummer zu 2 / zu 3 1329 / AHS
Grundpreis 31.000
Währung Euro
Seitenairbags vorn Serie
Kopfairbags vorn Serie
Kopfairbags hinten Serie
Klimaautomatik Serie
Automatikgetriebe 1650
Navigationssystem Serie
CD-Player Serie
Schiebedach -
Metallic-Lackierung 580
Leichtmetallfelgen Serie
Tempomat Serie
Modell Nissan Qashqai 1.6 dCi N-Connecta
Preisliste Stand November 2017
Alarmanlage -
Freisprecheinrichtung Serie
DAB+ (Digitalradio) Serie
Soundsystem -
Abstandstempomat -
Spurhalteassistent Serie
Einparksensoren vorn Serie
Einparksensoren hinten Serie
Einparkassistent 1000 (Paket: Safety Shield für 360° Sicherheit)
Totwinkelwarner 1000 (Paket: Safety Shield für 360° Sicherheit)
USB-Anschluss für Musik Serie
Festes Glasdach 800
Lederlenkrad Serie
LED-Scheinwerfer 950
Sitzheizung Serie
Müdigkeitserkennung 1000 (Paket: Safety Shield für 360° Sicherheit)
Querverkehrswarner 1000 (Paket: Safety Shield für 360° Sicherheit)
Beheizbare Frontscheibe 300
Allradantrieb 2000
Müdigkeitserkennung 1000 (Paket: Safety Shield für 360° Sicherheit)
Querverkehrswarner 1000 (Paket: Safety Shield für 360° Sicherheit)
Beheizbare Frontscheibe 300
Allradantrieb 2000
Müdigkeitserkennung 1000 (Paket: Safety Shield für 360° Sicherheit)
Querverkehrswarner 1000 (Paket: Safety Shield für 360° Sicherheit)
Beheizbare Frontscheibe 300
Allradantrieb 2000
Nissan Qashqai 1.6 dCi Acenta 28.600
Nissan Qashqai 1.6 dCi Tekna 33.300
Nissan Qashqai 1.6 dCi Tekna+ 36.300
Nissan Qashqai 1.6 dCi Acenta 28.600
Nissan Qashqai 1.6 dCi Tekna 33.300
Nissan Qashqai 1.6 dCi Tekna+ 36.300
Nissan Qashqai 1.6 dCi Acenta 28.600
Nissan Qashqai 1.6 dCi Tekna 33.300
Nissan Qashqai 1.6 dCi Tekna+ 36.300
Müdigkeitserkennung 1000 (Paket: Safety Shield für 360° Sicherheit)
Querverkehrswarner 1000 (Paket: Safety Shield für 360° Sicherheit)
Beheizbare Frontscheibe 300
Allradantrieb 2000

(mfz)