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IFPI Schweiz erzielt 800 Vergleiche mit Tauschbörsen-Nutzern

Andreas Wilkens

Die Schweizer Landesgruppe des internationalen Verbands der Ton- und VideotrĂ€gerbranche setzt darauf, dass sich Tauschbörsen-Nutzer auf außergerichtliche Einigungen einlassen.

Die Schweizer Landesgruppe der International Federation Of Producers Of Phonograms And Videograms (IFPI [1]) ist seit 1999 gegen bis zu 1300 Privatpersonen wegen Online-Musiktauschs vorgegangen. Etwa 800 der FĂ€lle seien außergerichtlich per Vergleich beigelegt worden, berichtet die Neue ZĂŒrcher Zeitung (NZZ [2]). Mit "Anti-Piraterie-Software" werde der Datenverkehr nach "auffĂ€lligen Bewegungen von MP3-Dateien" abgesucht. Das System melde der Schweizer IFPI tĂ€glich bis zu 4000 verdĂ€chtige Datentransfers. FĂŒr die Auswertung der ermittelten Daten hĂ€tten die IFPI Schweiz sowie Musikkonzerne wie BMG, EMI, Sony, Universal und Warner eigens Mitarbeiter beschĂ€ftigt.

Neben Titel, Interpreten und Rechte-Inhaber der MusikstĂŒcke ermittle das Programm auch die IP-Adresse des Computers und den Service-Provider des jeweiligen Nutzers. "Wenn wir sicher sind, dass ein User illegal Musikdateien verschiebt, machen wir ihn auf den Rechtsverstoß aufmerksam und bieten ihm gleich einen Vergleich an", zitiert die NZZ Beat Högger von IFPI Schweiz. Daraufhin bitte der Verband den Service-Provider, einen Brief an den Kunden mit der verdĂ€chtigen IP-Nummer zu schicken. Darin werde dieser gebeten, sich mit der IFPI in Verbindung zu setzen.

Die IFPI Schweiz berechnet 1 Franken (0,66 Euro) fĂŒr jeden ihrer Meinung nach illegal erworbenen Titel. FĂŒr angebotene MP3-Dateien will die IFPI dagegen mit 50 Franken pro Song entschĂ€digt werden. Hinzu kommen Rechtskosten zwischen 300 und 4000 Franken. Geht der User nicht auf das Vergleichsangebot ein, reicht die IFPI Strafanzeige ein, um vom Provider die Offenlegung der IdentitĂ€t zu erwirken. Offizielle Angaben ĂŒber die bisher erreichten Vergleichszahlungen gibt es nicht. Dieses Geld gehe nicht an die geschĂ€digten Musikkonzerne, sondern an einen Fonds, mit dem der Verband seinen Kampf gegen illegalen Musiktausch finanziere, heißt es weiter. (anw [3])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-103205

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.ifpi-schweiz.ch/main.html
[2] http://www.nzz.ch/2004/06/27/wi/page-article9OVJB.html
[3] mailto:anw@heise.de