zurück zum Artikel

IBM präsentiert die nächste Generation erweiterbarer Xeon-Server

Christof Windeck

Mit dem eServer xSeries 460 kündigt IBM eine neue Generation der von 4 bis auf 32 Prozessoren erweiterbaren Xeon-MP-Server an.

Mit dem eServer xSeries 460 kündigt IBM eine neue Generation der von 4 bis auf 32 Prozessoren erweiterbaren Xeon-MP-Server an. Herzstück dieser "skalierbaren" Server ist die dritte Generation des unter Federführung des heutigen AMD-Fellows [1] und IBM-Veterans Rich Oehler seit 1999 [2] entwickelten Summit [3]-Chipsatzes, den IBM unter dem Namen Enterprise X-Architecture in der XA32-Variante für Xeons einsetzt. Mit dem x440 startete [4] diese Architektur 2002, bei der sich mehrere Server-Chassis mit jeweils vier bis acht Prozessoren über externe, InfiniBand-ähnliche Links zu einem großen, partitionierbaren Server zusammenschalten lassen. Der x460 [5] als Nachfolger des x445 [6] enthält nun mit dem "Hurricane"-Chipsatz X3 die dritte Summit-Generation, die vor einigen Wochen [7] bereits im x366 [8] debütierte.

Im Vergleich zu seinen Vorgängern bringt der X3-Chipsatz Unterstützung für EM64T-Xeons (IBM nennt den Chipsatz jetzt kurz XA-64e), jeweils einen FSB667-Frontsidebus-Port für zwei Potomac-Xeons [9], die später ja noch in Doppelkern-Version (Paxville [10]) erscheinen sollen, bis zu 64 GByte zweikanaligen DDR2-Speicher pro Chassis, 256 MByte Level-4-Cache, Hot-Swap-Speicher und PCI-X-2.0-Unterstützung (PCI-X- und PCI-kompatibel, aber nicht mit PCI Express).

Wegen der höheren Wärmeentwicklung musste IBM die Prozessor-Packungsdichte verringern: Statt bis zu acht Prozessoren in ein 4-HE-Gehäuse passen jetzt nur vier der MP-Xeons in ein 3-HE-Gehäuse, allerdings später ja auch Doppelkern-Versionen. Für einen 32-Sockel-Server benötigt man jetzt acht Chassis, die in einem Server-Rack insgesamt 24 Höheneinheiten belegen; dafür passen aber auch 512 GByte Speicher hinein; mit Doppelkern-Prozessoren erhält man eine 64-Wege-Maschine. Der Vorgänger wurde nur selten voll ausgebaut, weil die 32-Bit-Prozessoren mit PAE nur maximal 64 GByte Speicher adressieren konnten. Eine Neuheit ist auch der Einsatz von Serial-Attached-SCSI-(SAS-)Laufwerken im 2,5-Zoll-Format: Sechs Hotswap-Steckplätze stehen bereit, der Hostadapter ist auf dem Mainboard integriert.

Wie es traditionell üblich ist, garniert IBM den Produktstart mit einem Benchmark-Rekord: Im TPC-C [11] erreicht der x460 mit acht 3,33-GHz-Xeons (jeweils 8 MByte L3-Cache, insgesamt 512 MByte L4-Cache und 128 GByte Hauptspeicher) mit einem Durchsatz von 250,975 tpmC [12] den höchsten Wert aller 8-Wege-Server. Er ist damit deutlich schneller als der (allerdings auch wesentlich günstigere [13] und etwas kompaktere) HP ProLiant DL585 [14] mit vier Doppelkern-Opterons. Dabei setzte IBM bereits die x64-Version von Windows Server 2003 Enterprise ein (und die eigene Datenbank DB2 UDB 8.2), während HP noch mit der 32-Bit-Windows-Version gemessen hat.

Außer unter Windows läuft der IBM-Server auch unter Linux (Red Hat, Novell/Suse). Ab Mitte Juni sollen x460-Systeme zu Preisen ab 18.129 US-Dollar zu haben sein, eine typische Acht-Wege-Konfiguration dürfte laut IBM 72.182 US-Dollar kosten. IBM ist mit mehr als 54 Prozent Marktanteil Marktführer bei den Servern mit acht und mehr Intel-Prozessoren. Die von Rich Oehler aufgebaute [15] und dann von dem Auftragsfertiger Sanmina-SCI übernommene [16] Spezialfirma Newisys [17] hat den Liefertermin für ihre Extendiscale-Opteron-Server mit Horus [18]-Chip noch nicht präzisiert -- diese zielen mit acht bis 32 Sockeln genau auf den Markt des IBM x460. Im Bereich der Acht-Opteron-Maschinen ist zurzeit vor allem Iwill [19] mit dem H8501 aktiv, ab dem dritten Quartal will Tyan [20] das K8QW (S4881) [21] in Serie fertigen und im vierten Quartal auch das damit bestückte Server-Barebone VX50. Während Iwill noch auf den alten AMD-8000-Chipsatz setzt, wird Tyan neben PCI-X-1.0-Slots dank des Nvidia Nforce Professional immerhin zwei PCIe-x16-Slots anbieten können. (ciw [22])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-107172

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Ex-IBM-Serverspezialist-jetzt-AMD-Corporate-Fellow-148544.html
[2] https://www.heise.de/news/IBM-entwickelt-Merced-Chipsatz-18321.html
[3] https://www.heise.de/news/Details-zu-Xeon-und-Itanium-Chipsaetzen-von-IBM-und-Intel-51071.html
[4] https://www.heise.de/news/IBM-Achtfach-Server-mit-preiswerten-DP-Xeons-59412.html
[5] http://www-1.ibm.com/servers/eserver/xseries/x460.html
[6] http://www-1.ibm.com/servers/eserver/xseries/x445.html
[7] https://www.heise.de/news/IBM-stellt-Quad-Xeon-Server-mit-X3-Chipsatz-und-neuen-Intel-Prozessoren-vor-137088.html
[8] http://www-1.ibm.com/servers/eserver/xseries/x366.html
[9] https://www.heise.de/news/Intels-Truland-Plattform-fuer-Multiprozessor-Xeons-startet-148575.html
[10] https://www.heise.de/news/Intels-naechste-Prozessor-Generation-startet-Ende-2006-159130.html
[11] http://www.tpc.org/tpcc/default.asp
[12] http://www.tpc.org/tpcc/results/tpcc_result_detail.asp?id=105053101
[13] http://h18004.www1.hp.com/products/servers/proliantdl585/index.html
[14] http://www.tpc.org/tpcc/results/tpcc_result_detail.asp?id=105042002
[15] http://www.heise.de/ct/02/20/032/
[16] https://www.heise.de/news/Sanmina-SCI-kauft-64-Bit-Serverspezialisten-Newisys-82365.html
[17] http://www.newisys.com/
[18] https://www.heise.de/news/Hotchips-Neues-ueber-Opteron-Server-und-Dual-Core-Prozessoren-102275.html
[19] http://www.iwillusa.com/product_2.asp?p_id=90&sp=Y
[20] http://www.tyan.com/
[21] https://www.heise.de/news/Mainboard-Kombination-fuer-Acht-Opteron-Server-142941.html
[22] mailto:ciw@ct.de