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IBM baut Supercomputer für die Genanalyse

Wolfgang Stieler

IBM konstruiert einen Teraflop-Supercomputer für die Genomforschung.

IBM konstruiert einen Teraflop-Supercomputer für die Genomforschung, gab der Computerriese am heutigen Montag bekannt. Die 5000-CPU-Maschine – nach Angaben von IBM der schnellste Rechner, der einer Privatfirma gehört – geht an NuTec Science Inc [1]. Die Forschungsfirma arbeitet unter anderem daran, krankheitsauslösende Gene zu identifizieren. Die Maschine soll Ende nächsten Jahres vollständig installiert sein und mehrere zehn Millionen US-Dollar kosten. Bisher arbeitet NuTec mit einem 370-GFlop-Cluster.

Neben der Rüstungs- und petrochemischen Industrie sowie der Luft- und Raumfahrt nimmt die Genforschung einen wachsenden Stellenwert in der Informationstechnik ein. Die als Durchbruch gefeierte Entzifferung des menschlichen Erbguts war nur der Einstieg in die Genomforschung; an der Erforschung, was die Gensequenzen bedeuten und wie man diese Erkenntnisse nutzen könnte, hat eine weitaus höhere Anzahl an Unternehmen und Instituten Interesse. Rosetta Inpharmatics [2] beispielsweise hat einen XML-basierten Befehlssatz – die so genannte Gene Expression Markup Language (GEML) entwickelt – die sich zum Standardformat für den Austausch von so genannten Genexpressionsdaten mausern könnte [3].

Anfang Dezember hatte IBM angekündigt [4], den Etat der im August gegründeten Unternehmenssparte Life Sciences um 100 Millionen US-Dollar aufzustocken. Mit der Abteilung will sich der Computer-Konzern Angebote und Dienstleistungen für die Gentechnik-Industrie entwickeln. Erst Ende November hatte sich IBM zudem mit einer Minderheitsbeteiligung bei der Bioinformatik-Firma Structural Bioinformatics [5] ein festes Standbein in der Branche verschafft. Vor gut einem Jahr schließlich hatte der Computerriese mit beträchtlichem PR-Aufwand ein Forschungsprojekt für einen Petaflop-Supercomputer angekündigt [6]. Die Kosten für das Projekt wurden von IBM ebenfalls mit etwa 100 Millionen US-Dollar beziffert – Blue Gene soll in vier bis fünf Jahren fertig sein und die dreidimensionale Struktur von Proteinen modellieren [7]. (wst [8])


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https://www.heise.de/-35340

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.nutecservices.com/
[2] http://www.rii.com
[3] https://www.heise.de/news/XML-Variante-soll-Austausch-von-Gendaten-erleichtern-34044.html
[4] https://www.heise.de/news/IBM-verstaerkt-Biotech-Engagement-32290.html
[5] http://strubix.com/
[6] https://www.heise.de/news/IBM-entwickelt-Petaflops-Computer-17480.html
[7] http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/5560/1.html
[8] mailto:wst@technology-review.de