IBM Deutschland "schrumpft gesund"
Der Computerkonzern hat die StreichplĂ€ne fĂŒr seine Werke in Deutschland konkretisiert.
Der Computerkonzern IBM hat die PlĂ€ne zum Stellenabbau [1] fĂŒr seine Werke in Deutschland konkretisiert. "Wir mussten einige Standorte gesundschrumpfen", sagte der Vorsitzende der GeschĂ€ftsfĂŒhrung von IBM Deutschland, Erwin Staudt [2], am Dienstag in Stuttgart. Am Standort Mainz [3] werden im Bereich Speichersysteme 300 bis 400 von 1600 Stellen gestrichen. ZusĂ€tzlich sollen 350 ZeitvertrĂ€ge nicht verlĂ€ngert und rund 500 studentische Aushilfen nicht mehr weiter beschĂ€ftigt werden. IBM bringt seine Sparte fĂŒr Festplatten-Laufwerke weltweit in ein Joint Venture [4] mit Hitachi ein.
"Wir haben fĂŒr sechs Quartale ein Abkommen mit Hitachi, auch aus Mainz fĂŒr das geplante Joint Venture zuzuliefern", sagte Staudt. Das Speichersysteme-GeschĂ€ft dort bleibe daher zunĂ€chst bestehen. Wegen ĂberkapazitĂ€ten mĂŒsste aber Personal abgebaut werden, Entlassungen solle es nicht geben. IBM hatte bereits Mitte Juni mitgeteilt, dass vier [5] der sieben deutschen Standorte der Tochter DVO geschlossen werden sollen. Bei dem Dienstleister sind 317 Stellen betroffen. IBM beschĂ€ftigte in Deutschland Ende 2001 rund 26.000 Mitarbeiter.
Staudt sagte, manche IBM-Kunden wĂŒrden derzeit ihre Entscheidungen ĂŒber neue Investitionen noch verschieben und auf positive Konjunktursignale hoffen. "Jeder weiĂ, was als nĂ€chster Schritt geplant ist, wartet aber auf einen Impuls vom Markt." Gleichzeitig warnte der Manager davor, die elektronische GeschĂ€ftsabwicklung ĂŒber das Internet (E-Business) zu vernachlĂ€ssigen. Unternehmen könnten dadurch bis zu 20 Prozent ihrer Kosten einsparen.
Der Staat mĂŒsse eine Vorreiterrolle bei neuen IT-Investitionen spielen, forderte Staudt. "Innovatives Denken ist Chefsache, das geht nur von oben nach unten." Als Beispiel nannte der deutsche IBM-Chef einen Chip mit elektronischer Signatur [6] auf dem Personalausweis, der unter anderem die Erledigung von BehördengĂ€ngen online ermöglichen wĂŒrde und damit dem Staat beim Sparen helfe. "Die Kommunen investieren zum Teil intensiv ins E-Business", lobte Staudt. Allerdings mĂŒssten die Anstrengungen noch erhöht werden. IBM erzielt rund zehn Prozent seines Umsatzes mit der öffentlichen Hand [7]. (dpa) / (anw [8])
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[2] https://www.heise.de/news/IBM-Chef-Deutschland-muss-IT-Weltmacht-werden-und-das-pronto-66575.html
[3] https://www.heise.de/news/ueber-1000-Arbeitsplaetze-bei-IBM-Mainz-gefaehrdet-64895.html
[4] https://www.heise.de/news/IBM-und-Hitachi-arbeiten-bei-Speichersystemen-zusammen-61017.html
[5] https://www.heise.de/news/IBM-und-Hitachi-arbeiten-bei-Speichersystemen-zusammen-61017.html
[6] https://www.heise.de/news/oeffentliche-Verwaltung-soll-Zugpferd-fuer-digitale-Signatur-werden-62277.html
[7] https://www.heise.de/news/Deutschland-soll-Ursprungsland-der-Online-Demokratie-werden-52019.html
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