Hybrid-Diesel-Studie von BMW

Herzstück der Vision EfficientDynamics getauften Studie ist das vor dem Serieneinsatz stehende achtstufige Automatik-Getriebe, in dessen Gehäuse Elektromotor und Leistungselektronik Platz finden

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München, 22. Februar 2008 – Ein bayerisches Motoren-Werk der besonderen Art ist das Konzeptfahrzeug Vision EfficientDynamics, das BMW auf dem Auto-Salon 2008 in Genf vom 6. bis 16. März erstmals vorstellt. Die Studie basiert sowohl optisch als auch technisch auf dem X5 und kombiniert erstmalig einen Vierzylinder-Dieselmotor mit der von BMW so genannten ActiveHybrid-Technologie. Dahinter verbirgt sich die Kombination eines kräftigen Selbstzünders mit einer kleinen E-Maschine, deren Zusammenspiel für BMW-typische Dynamik bei hoher Energieeffizienz sorgen soll.

Der Vision EfficientDynamics verbraucht laut Hersteller 6,5 Liter Diesel auf 100 Kilometer und emittiert 172 Gramm CO2 pro Kilometer. Die Reduzierung der Verbrauchs- und Emissionswerte soll ohne Verzicht der Fahrdynamik realisiert werden. Das heißt, auch mit dem umweltfreundlichen Geländewagen gelingt der Sprint von null auf Tempo 100 in unter neun Sekunden.

Hybrid-Diesel-Studie von BMW (8 Bilder)

Das Konzeptfahrzeug Vision EfficientDynamics wird auf dem Genfer Auto-Salon 2008 präsentiert

Der 2,0-Liter-Vierzylinder-Dieselmotor mit Variable-Twin-Turbo, Common-Rail-Einspritzung der dritten Generation und Vollaluminium-Kurbelgehäuse leistet 204 PS und erzeugt ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmetern. BMW hat ein so genanntes Mild-Hybrid-Konzept gewählt, das heißt, eine relativ kleine E-Maschine mit einer Leistung von 20 PS und einem maximalen Drehmoment von 210 Newtonmetern trägt unterstützend zur Beschleunigung des Autos bei.

Ein in den Gepäckraum integrierter Lithium-Ionen-Akku versorgt das Bordnetz. Seine „hohe“, von BMW aber bislang nicht näher spezifizierte Leistung erlaubt es, zusätzliche Fahrzeugfunktionen rein elektrisch zu betrieben. So sei die Start-Stopp-Funktion zur Vermeidung von Leerlaufphasen des Verbrennungsmotors in Verbindung mit der ActiveHybrid-Technologie "nahezu jederzeit und ohne Komforteinbußen" nutzbar.

Das Konzeptfahrzeug ist mit einem neuartigen Achtgang-Automatikgetriebe ausgestattet, das BMW gemeinsam mit dem Getriebespezialist ZF entwickelt hat. Dabei hebt BMW die „bislang unerreicht kompakte Bauweise und sichere Anordnung der Hybrid-Komponenten“ hervor, die packagekonform und von außen nicht sichtbar in das Getriebegehäuse integriert seien. Die vor dem Serieneinsatz stehende Achtgang-Automatik soll mit direkter Motoranbindung und minimiertem Wandlerschlupf einen zusätzlichen Beitrag zur Verbrauchs- und Emissionsreduzierung leisten. Die Kraftübertragung erfolgt über den Allradantrieb xDrive vollvariabel zwischen der Vorder- und der Hinterachse.

Die kompakte, in das Getriebegehäuse integrierte E-Maschine ersetzt auch den herkömmlichen, direkt vom Motor angetriebenen Generator – konventionelle Lichtmaschinen haben hingegen den Nachteil, während der Stromerzeugung das Antriebsmoment des Verbrennungsmotors zu beeinträchtigen. Darüber hinaus erlaubt die als Motor und Generator dienende E-Maschine, Bremsenergie in Strom umzuwandeln („Rekuperation“). Dank der hohen Speicherkapazität des Akkus soll der X5-Vision eine große Menge der auf diesem Weg gewonnenen Energie speichern können.

Ein Solardach dient als zusätzliche, vom Motorbetrieb unabhängige Energiequelle. Auf einer Fläche von einem Quadratmeter befinden sich Solarzellen, die Energie von maximal einer Kilowattstunde liefern. Das erlaubt die direkte Energieversorgung bei abgeschaltetem Antrieb zum Beispiel für die Belüftung, das Radio oder Handy-Ladestationen.

Auch die speziellen Aero-Räder des Konzeptfahrzeugs leisten einen gewissen Beitrag zur Verbrauchsreduzierung. Sie benötigen BMW zufolge bei 160 km/h ein Kilowatt weniger Antriebsleistung als herkömmliche Felgen. Die aerodynamische Formgebung der Speichen reduziert außerdem die Ventilation der Felgen, wodurch laut Hersteller der Luftwiderstand des Fahrzeugs positiv beeinflusst wird. (imp)