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Historischer Vergleich: Aktueller Klimawandel beispiellos schnell und global

Martin Holland
Historischer Vergleich: Aktueller Klimawandel beispiellos schnell und global

Die "Kleine Eiszeit" war zwar ein europÀisches, aber kein global einheitliches PhÀnomen.

(Bild: Hendrick Avercamp, ca. 1608)

Zwar gab es in historischer Zeit Klimaschwankungen, aber anders als heute waren die nur regional, sagen Schweizer Forscher. Außerdem ging alles viel langsamer.

Der aktuelle, vom Menschen verantwortete Klimawandel fĂŒhrt zu einer viel schnelleren und massiveren globalen KlimaerwĂ€rmung als alles, was in den vergangenen 2000 Jahren stattgefunden hat. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der UniversitĂ€t Bern nach einer ausfĂŒhrlichen Untersuchung von Klimadaten aus der ganzen Welt. Mit ihrem Ergebnis widersprechen sie dem teilweise vorgebrachten Argument, auch in vorindustrieller Zeit habe es schon KlimaverĂ€nderungen gegeben. Mit Argumenten wie diesen sollen oft Zweifel am einhelligen Bild der Wissenschaft vom aktuellen, menschengemachten Klimawandel beispielloser Geschwindigkeit genĂ€hrt werden.

Wie die Forscher nun in zwei Studien erlĂ€utern [1], sind die sogenannte "Kleine Eiszeit" in den Jahren zwischen 1300 und 1850 sowie die "Mittelalterliche Warmzeit" (ungefĂ€hr 700 bis 1400) zwar gut belegte Fakten. Anders als bislang weitlĂ€ufig angenommen, handelte es sich dabei aber nicht um globale PhĂ€nomene. Stattdessen ließen sich fĂŒr die vergangenen zwei Jahrtausende keine global einheitlichen Warm- und Kaltphasen nachweisen. Selbst wĂ€hrend der "Kleinen Eiszeit" – die uns beispielsweise in niederlĂ€ndischen GemĂ€lden aus der Zeit begegnet – sei es zwar auf der ganzen Erde kĂ€lter geworden, aber eben nicht ĂŒberall gleichzeitig.

Klimaanalyse der UniversitÀt Bern (0 Bilder) [2]

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"Die nun widerlegte Hypothese von global gleichzeitigen Klimaphasen", sei dadurch entstanden, dass Entwicklungen in Europa und Nordamerika auf die Welt projiziert wurden, erklĂ€rt Raphael Neukom vom Oeschger-Zentrum fĂŒr Klimaforschung an der UniversitĂ€t Bern. Mit insgesamt sechs statistischen Methoden hat sein Team nun die DatensĂ€tze ausgewertet und mit dem Bild aufgerĂ€umt. Externe Faktoren in vorindustrieller Zeit wie VulkanausbrĂŒche oder die SonnenaktivitĂ€t seien nicht stark genug gewesen, um ĂŒber lĂ€ngere ZeitrĂ€ume rund um den Globus fĂŒr höhere oder niedrigere Temperaturen zu sorgen.

Ganz anders ist ihr Ergebnis fĂŒr das 20. Jahrhundert: In diesem Zeitraum liege die mit großer Wahrscheinlichkeit wĂ€rmste Phase seit der Zeitenwende. Das gilt demnach fĂŒr 98 Prozent der ErdoberflĂ€che. Das unterstreiche "einmal mehr", dass die gegenwĂ€rtige KlimaerwĂ€rmung [4] nicht mit zufĂ€lligen Schwankungen zu erklĂ€ren sei, sondern durch den Menschen und den von ihm verantworteten Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2. Sie geschehe außerdem schneller als jemals zuvor in dem untersuchten Zeitraum. (mho [5])


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https://www.heise.de/-4479321

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[1] https://www.unibe.ch/aktuell/medien/media_relations/medienmitteilungen/2019/medienmitteilungen_2019/klima_erwaermt_sich_so_schnell_wie_nie_in_den_letzten_2000_jahren/index_ger.html
[2] https://www.heise.de/bilderstrecke/2719834.html?back=4479321;back=4479321
[3] https://www.heise.de/bilderstrecke/2719834.html?back=4479321;back=4479321
[4] https://www.heise.de/hintergrund/Klimawandel-Auch-2018-wieder-eines-der-waermsten-Jahre-4301316.html
[5] mailto:mho@heise.de