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Hintergrund: Grundstein für Brandenburger Chipfabrik gelegt

Mit der Grundsteinlegung in Frankfurt (Oder) ist das Ringen um die Chipfabrik, in der Kommunikationschips im SiGe:C-Verfahren hergestellt werden sollen, noch nicht beendet.

Für eine 1,5 Milliarden Euro teure Chipfabrik [1] ist am Mittwoch in Frankfurt (Oder) der Grundstein gelegt worden. Damit kommt eines der wichtigsten Industrievorhaben in den neuen Bundesländern in Schwung. Das Werk soll 1.300 Arbeitsplätze bieten. Die ersten Chips würden voraussichtlich Anfang 2004 hergestellt, ein Jahr später als ursprünglich geplant, sagte der Sprecher des Chipwerk-Betreibers Communicant [2], Dirk Obermann. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte seine Teilnahme an der Grundsteinlegung wegen eines Besuchs im sächsischen Hochwassergebiet kurzfristig abgesagt.

An dem Projekt beteiligt sind der weltgrößte Chiphersteller Intel, das Emirat Dubai, die Jenoptik AG, das Land Brandenburg sowie das Frankfurter Mikroelektronik-Institut IHP. Dessen bisheriger Geschäftsführer Abbas Ourmazd wird als Interims-Vorstandsvorsitzender des Betreibers Communicant amtieren [3].

Die Finanzierung der Chipfabrik ist noch nicht vollständig gesichert [4]. Die Verhandlungen über eine Bund-Länder-Bürgschaft für das Fremdkapital laufen noch. Zudem muss die EU-Kommission in Brüssel die staatliche Förderung genehmigen. Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sagte, er sei sicher, "dass sich uns auch die Europäische Kommission anschließen wird".

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD), die anstelle Schröders nach Frankfurt gekommen war, sagte: "Dieser Tag ist ein guter Tag für die Stadt, die Region und das Land Brandenburg." Der Bundesregierung sei das Gelingen des Projekts wichtig. In den nächsten Monaten wolle Communicant die Technologie [5] weiterentwickeln und um Kunden werben, kündigte Ourmazd an. Es gebe bereits einige Interessenten für Prototyp-Tests.

Chronik einer schweren Geburt

Vor eineinhalb Jahren fiel der Startschuss für eines der größten Investitionsvorhaben in den neuen Bundesländern. Mit dem Start des Projekts im äußersten Osten Deutschlands begannen auch die Schwierigkeiten. Die wichtigsten Etappen:

Zu der Entwicklung des Brandenburger Chipfabrik-Projekts siehe auch:

(dpa) / (jk [8])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-69019

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.chipfabrik.com/
[2] http://www.communicant.de/
[3] https://www.heise.de/news/Neuer-Vorstandschef-fuer-Brandenburger-Chipfabrik-68947.html
[4] https://www.heise.de/news/Kein-Ende-im-Ringen-um-das-Brandenburger-Chipwerk-68219.html
[5] https://www.heise.de/news/Motorola-beherrscht-neue-Prozesstechnik-38196.html
[6] https://www.heise.de/news/Kein-Ende-im-Ringen-um-das-Brandenburger-Chipwerk-68219.html
[7] https://www.heise.de/news/Hintergrund-Das-Chipwerk-an-der-Oder-eine-Chance-fuer-Europa-68225.html
[8] mailto:jk@heise.de