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Hauptspeicher im laufenden Betrieb tauschen

Herbert Schmid

Um dem Ideal des ewig wÀhrenden Dauerbetriebes nÀher zu kommen, erlauben Server zunehmend den Tausch defekter RAM-Riegel im laufenden Betrieb.

Um dem Ideal des ewig wĂ€hrenden Dauerbetriebes nĂ€her zu kommen, erlauben Server defekte RAM-Riegel im laufenden Betrieb zu tauschen oder gar den Speicher auszubauen. Aktuelle Server besitzen mehrere Gigabyte Hauptspeicher; doch mit der zunehmenden SpeichergrĂ¶ĂŸe steigt auch das Risiko einer defekten Speicherzelle. Schon lange setzen die Hersteller deshalb auf gegenĂŒber Desktop-PC verbesserte Algorithmen zur Fehlerkorrektur mittels ECC (Error Correction Code). Der Server x360 [1] von IBM [2] (Halle 1, Stand 4g2) etwa repariert mittels Chipkill bis zu vier defekte Bits.

Server mit Hot Spare halten einen zusĂ€tzlichen Speicherriegel bereit. Entdeckt die Fehlerkorrektur ein defektes Modul, kopiert sie dessen Inhalt in die Reserve und schaltet einfach um. Bei Mirrored Memory erhĂ€lt jedes Speichermodul seinen Double, der im Notfall einspringt. So ĂŒberlebt der Server den Ausfall des Speichermoduls. Kann der defekte Speicher dann noch im laufenden Betrieb getauscht werden, hat man endlich Hot Plug Memory. Laut IBM unterstĂŒtzt das ihr neuer Server x440, doch ist in der Konfiguration mit acht Prozessoren nur die HĂ€lfte des Speichers physikalisch zugĂ€nglich. Will man die andere HĂ€lfte erreichen, mĂŒssen zuerst vier Prozessoren ausgebaut und zuvor der Rechner abgeschaltet werden.

Compaq [3] geht bei ausfallsicherem Speicher noch einen Schritt weiter zum RAID Memory. Bei dem auf der CeBIT vorgestellten und am Stand (Halle 1, 4h2) gezeigten Server DL760G2 sitzt der Hauptspeicher in fĂŒnf EinschĂŒben. Compaqs Chipsatz F8 sichert dabei den Inhalt von vier EinschĂŒben durch den Inhalt des fĂŒnften. Tritt auf einem Einschub ein Fehler auf, lĂ€sst sich dieser im laufenden Betrieb bequem aus dem GerĂ€t nehmen. Sobald der neue Speicher eingebaut ist, holt sich der Chipsatz darauf innerhalb einiger Sekunden die nötigen Daten. Steckt man hintereinander in jeden Einschub mehr Speicher, soll damit sogar das AufrĂŒsten des Speichers möglich sein. (hes)


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https://www.heise.de/-61671

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/IBM-stellt-ersten-Server-mit-vier-Xeon-CPUs-vor-56357.html
[2] http://www.ibm.com
[3] http://www.compaq.com/products/servers