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GrĂŒne fordern Reform der Typzulassung

Martin Franz

Die GrĂŒnen haben angesichts des Volkswagen-Skandals eine Neuordnung der Fahrzeugzulassung und Kontrollen von Abgaswerten gefordert. „Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat sich als unfĂ€hig erwiesen, die systematischen Überschreitungen von Emissionsgrenzwerten aufzudecken“, heißt es

Die GrĂŒnen haben angesichts des Volkswagen-Skandals [1] eine Neuordnung der Fahrzeugzulassung und Kontrollen von Abgaswerten gefordert. „Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat sich als unfĂ€hig erwiesen, die systematischen Überschreitungen von Emissionsgrenzwerten aufzudecken“, schreiben GrĂŒnen-Fraktionschef Anton Hofreiter sowie die Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer und Stephan KĂŒhn in einem am Montag (16.11.2015) veröffentlichten Papier: „Das Typzulassungsverfahren muss grundsĂ€tzlich reformiert werden.“

„Das Typzulassungsverfahren muss grundsĂ€tzlich reformiert werden“, meint Anton Hofreiter.

(Bild: Tibor Bozi)

Die allein zustĂ€ndige Behörde fĂŒr die Typgenehmigung – die amtliche BestĂ€tigung, dass serienmĂ€ĂŸig hergestellte Fahrzeuge unter anderem die Umweltvorschriften erfĂŒllen – ist in Deutschland das KBA. Es ĂŒberprĂŒft die Daten aber nicht selbst. Die Auftraggeber, in diesem Fall der Volkswagen-Konzern, wenden sich an ein von der Behörde anerkanntes Institut. Die GrĂŒnen schlagen vor, die regulĂ€ren Verfahren zur Typgenehmigung auf eine unabhĂ€ngige gemeinsame europĂ€ische Behörde zu ĂŒbertragen. Die KlĂ€rung der MissstĂ€nde sollte an eine von der Autoindustrie unabhĂ€ngige Einrichtung gegeben werden. Dem Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und der Autoindustrie werfen die GrĂŒnen vor, „Ausmaß und Ursachen des Abgas-Skandals bis heute nicht aufgeklĂ€rt“ zu haben.

Die GrĂŒnen verlangen von der Bundesregierung einen „Tatsachenbericht“ vorzulegen. Darin solle genau festgehalten werden, wie hoch die Emissionen von Neuwagen im realen Fahrbetrieb sind und mit welcher Technik diese Werte erreicht werden. Die GrĂŒnen zitieren ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages. Demnach könne eine Nachbesserung des Fahrzeugs verlangt werden, wenn der Spritverbrauch betroffener Dieselautos nach der UmrĂŒstung drei Prozent höher liegt als beim Verkauf angegeben. Werden MĂ€ngel nicht beseitigt, könne eine RĂŒckerstattung des kompletten Kaufpreises verlangt werden, schreiben die GrĂŒnen weiter. Außerdem fordern die GrĂŒnen, die Bundesregierung solle fĂŒr eine Umkehr der Beweislast sorgen.

(dpa) (mfz [2])


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[1] https://www.heise.de/news/Der-vorlaeufige-Stand-der-Dinge-in-Sachen-Diesel-Stickoxide-und-Volkswagen-2832601.html
[2] mailto:mfz@heise.de