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Grafikkarten als Turbolader für HD-Video-Encoding

Christof Windeck

Das Transkodieren eines HDV-Videos vom Camcorder ins H.264-Format sollen künftige Grafikkarten mit bis zu 46 Bildern pro Sekunde erledigen.

Die Grafikchip-Hersteller AMD und Nvidia reden zurzeit gerne und viel über den Einsatz ihrer GPU [1]s als Applikationsbeschleuniger [2] (General-Purpose-GPU, GPGPU [3]). Von der theoretischen Rechenleistung her übertrumpfen Hochleistungs-Grafikchips gewöhnliche x86-/x64-Prozessoren um den Faktor 20 und mehr: Der AMD RV670 der Radeon-HD-3800-Karten etwa bringt es in Form der FireStream 9170 [4] auf 500 GFLOPS [5], während ein einzelner Core-2-Duo-Kern bei 3 GHz lediglich etwa 24 GFLOPS [6] schafft.

Beim Enkodieren und Transkodieren von HD-Video verarbeiten selbst aktuelle Quad-Core-Prozessoren nur wenige Bilder pro Sekunde, an Echtzeit-Bearbeitung von solchen Videodaten ist also ohne Spezial-Hardware nicht zu denken. Die Firma Elemental Technologies (ETI [7]) will ab Herbst dieses Jahres mit dem RapiHD Accelerator for Adobe Premiere Pro [8] einen GPU-Encoder für H.264-Video verkaufen, der "bis zu 700 Prozent" schneller arbeiten soll als solche, die gewöhnliche Prozessoren nutzen. Im Product Brief [9] (PDF-Datei) zu dem RapiHD-Beschleuniger für Adobe Premiere Pro CS3 nennt die Firma ETI allerdings eine Nvidia-Quadro-Grafikkarte mit einer GPU ab G80 [10]-Generation als Voraussetzung; die billigeren Consumer-Grafikkarten werden demnach nicht unterstützt. Einen Preis für den schnellen Encoder nennt ETI bisher nicht.

Auf YouTube ist unterdessen ein Video [11] von einer Nvidia-Presseveranstaltung in den USA aufgetaucht, das den Einsatz des RapiHD-Encoders auf einer Grafikkarte mit einer GPU der kommenden GT200-Generation [12] zeigt; die Software transkodiert HDV-(Camcorder-)Videomaterial mit 1440 × 1080 Bildpunkten ins H.264-Format und verarbeitet dabei rund 46 Frames pro Sekunde.

Das Video von der Nvidia-Veranstaltung zeigt noch einen anderen Video-Transcoder namens BadaBOOM Media Converter mit ETI-Technik [13], die offenbar auf CUDA [14] aufsetzt. Diese Software nutzt die GPU, um 720p-HD-Video in ein iPod-taugliches Format umzurechnen, und verarbeitet dabei 150 Frames pro Sekunde. (ciw [15])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-210571

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.heise.de/glossar/entry/Graphics-Processing-Unit-395608.html
[2] https://www.heise.de/news/Adobe-experimentiert-mit-OpenGL-Beschleunigung-209916.html
[3] https://www.heise.de/news/Nvidia-bringt-CUDA-auf-den-Mac-181000.html
[4] https://www.heise.de/news/SC07-AMD-stellt-Coprozessor-mit-doppelter-Genauigkeit-vor-193284.html
[5] http://www.heise.de/glossar/entry/Gflops-396883.html
[6] https://www.heise.de/news/Coprozessor-Karten-Preise-sinken-Angebot-waechst-136014.html
[7] http://elementaltechnologies.com/
[8] http://www.elementaltechnologies.com/products.php?id=5
[9] http://www.elementaltechnologies.com/pdfs/Elemental_RapiHD_Premiere_Pro_overview.pdf
[10] https://www.heise.de/news/Nvidia-praesentiert-den-ersten-DirectX-10-Grafikchip-GeForce-8800-115989.html
[11] http://www.youtube.com/watch?v=8C_Pj1Ep4nw
[12] https://www.heise.de/news/AMD-bestueckt-Grafikkarten-mit-GDDR5-Speicher-von-Qimonda-209045.html
[13] http://elementaltechnologies.com/products.php
[14] https://www.heise.de/news/Nvidia-startet-CUDA-Programmierwettbewerb-2-update-208855.html
[15] mailto:ciw@ct.de