Google-Studie: Soziale Netzwerke sind keine Zeitverschwendung im Beruf
Laut einer Umfrage schÀtzen sich berufliche Social-Media-Nutzer als erfolgreich, zufrieden und produktiv ein.
Google [1] tritt mit einer neuen Studie der vielfach verbreiteten Ansicht entgegen, dass soziale Netzwerke vor allem im Beruf Zeitkiller sind und Mitarbeiter von eigentlich wichtigeren TĂ€tigkeiten abhalten. FĂŒr die Studie befragte das britische Marktforschungsinstituts Millward Brown [2] 2700 BeschĂ€ftigte von Firmen quer durch alle Branche in sieben westeuropĂ€ischen LĂ€ndern, die wĂ€hrend der Arbeitszeit beruflich Zugang zu sozialen Netzwerken im BĂŒro haben.
Social-Media-Nutzer schĂ€tzten sich als erfolgreich, zufrieden und produktiv ein. "79 Prozent der User wurden kĂŒrzlich befördert", brachte Thomas Deneke von Millward Brown Deutschland am Dienstag ein Beispiel bei der PrĂ€sentation der Untersuchung [3] (PDF-Datei) in Berlin. 63 Prozent erwarteten einen solchen Karrieresprung in BĂ€lde. Bei Nichtnutzern lĂ€gen die Vergleichsquoten bei 54 und 33 Prozent.
"66 Prozent der Befragten glauben, dass Unternehmen, die Social Tools anwenden, es leichter haben werden, die besten Talente anzuziehen und zu halten", fĂŒhrte Deneke weiter aus. Zu 42 Prozent wĂŒrden die Online-Werkzeuge besonders hĂ€ufig genutzt fĂŒr die Informations- und Expertensuche. 36 Prozent setzten sie fĂŒr die Verbesserung von Kooperation und Wissensaustausch ein, 30 Prozent fĂŒr die Erweiterung persönlicher Netzwerke. Noch relativ wenig kĂ€men soziale Medien bei der Teambildung zum Tragen.
Die stĂ€rksten Nutzer stellten jĂŒngere Mitarbeiter in vergleichsweise hohen Positionen dar, erlĂ€uterte Deneke. Es handle sich um interne wie externe Netzwerker, die einen "anderen, fĂŒr die Firma offenbar wertvolleren Typus" darstellten. Fast ein Drittel aller Teilnehmer verwende fast tĂ€glich externe soziale Medien, 87 Prozent mehr oder weniger hĂ€ufig. 63 Prozent bezeichneten sich als "Enthusiasten", wobei deren Anteil in Deutschland am geringsten sei. In LĂ€ndern wie Spanien und Italien, die zu den Problemkindern der Eurozone zĂ€hlen, sei der Anteil der euphorischen Nutzer mit einem Dreiviertel der Teilnehmer am gröĂten. Auch Briten und Schweden stellten hier einen recht hohen Anteil. Abgefragt worden sei die Inanspruchnahme von "Diensten wie Google+, Facebook und LinkedIn" sowie deren GeschĂ€ftsanwendungen. "Unternehmen mĂŒssen heute andere Strategien verfolgen, um erfolgreich zu bleiben", fasste der Marktanalyst die Ergebnisse zusammen.
Tobias Arns, Bereichsleiter Social Media & Mobile beim Bitkom [4], bestĂ€tigte anhand einer eigenen Umfrage [5] des Hightech-Verbands, dass es sich bei der Nutzung sozialer Netzwerke im Firmenbereich nicht um eine "L'art pour l'art" handle. Vielmehr gehe es vor allem um die Steigerung der Bekanntheit der eigenen Marke, die Kundenakquise und die Beziehungspflege. Deutschland befinde sich dabei mit einer 47-prozentigen Anwendungsquote im Unternehmenssektor "zwischen Euphorie und Skepsis". Social Media habe "zu einer unheimlichen, positiven Beschleunigung bei uns im Betrieb gefĂŒhrt", berichtete Alexander Ellendt vom Dienstleister und Berater VogelsĂ€nger Film [6]. Bei Kunden habe sich gezeigt, dass damit das "Wir-GefĂŒhl" wachse. Das Klassendenken an "die da oben" baue sich dagegen ab. (jo [7])
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1576044
Links in diesem Artikel:
[1] http://www.google.com/
[2] http://www.millwardbrown.com/
[3] http://services.google.com/fh/files/misc/google_emea_social_report_2012.%20pdf
[4] http://www.bitkom.org/
[5] https://www.heise.de/news/Studie-32-Prozent-der-Unternehmen-tummeln-sich-auf-Facebook-1571258.html
[6] http://www.vogelsaenger.tv/
[7] mailto:jo@ct.de
Copyright © 2012 Heise Medien